Archiv der Kategorie: Fortbildungsangebote

Projektarbeit mit Kindern

Fragen der Kinder zu beantworten, Zusammen zu wirken, gemeinsam zu Forschen – Projektarbeit ist ganzheitliche Bildung, sie stärkt, fördert und macht Spaß.

Sie setzen ein Beobachtungsinstrument ein und streben nun die nächsten Schritte der Förderung ihrer Kinder an.

In diesem Seminar geht es darum, Ideen zu sammeln, welche Projekte sinnvoll für Ihre individuelle Einrichtung zu entwickeln sind. Anhand ihrer bestehenden Dokumentation erhalten Sie die Gelegenheit, zu reflektieren, welche Angebote Sie ihren Kindergruppen machen möchten. Der Fokus liegt dabei auf den Interessen der Kinder.

Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus frühkindlicher Bildung, Lernen und Entwicklung sowie Einbezug der verschiedenen Bildungsbereiche – wie dem naturwissenschaftlich-technischen oder dem künstlerisch-musischen, Sozialverhalten, Naturerleben, Körper, Bewegung, Spiel und Gesundheit… – erstellen Sie ein praktisch umsetzbares Konzept. Zusätzlich werfen wir einen Blick auf die sprachförderliche Umsetzung.

  • Frühkindliche Bildung und Lernen
  • Bildungsbereiche
  • Nächste Schritte der Förderung
  • Ideensammlung
  • Reflexion
  • Konzepterstellung bis zur praktischen und sprachförderlichen Umsetzung

Vom Elterngespräch zur Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Elterngespräche können zwischen Tür und Angel stattfinden oder als Entwicklungsgespräch anhand gesammelter Materialien und Dokumentationen vorbereitet werden.

Gängige Methoden der Gesprächsführung wie Aktives Zuhören und Ich-Botschaften wirken, wenn sie empathisch und authentisch gegenseitige Wertschätzung widerspiegeln.

In diesem Seminar geht es anhand von Übung und Reflexion um das Finden einer Haltung, aus der heraus eine gelungene Kommunikation mit Eltern erreicht werden kann.

Hilfreiche Verhaltensweisen zur Vorbereitung eines ressourcen- und lösungsorientierten Gespräches werden erarbeitet.

  • Methoden der Gesprächsführung
  • Reflexion: Was begünstigt Elterngespräche?
  • Formen der Elternarbeit
  • eigene Haltung

Auf dem Weg zur Bildungssprache durch Förderung der kindlichen Sprachkompetenz

Kinder mit reichhaltigen Literacy-Erfahrungen in der frühen Kindheit haben auch längerfristig Entwicklungsvorteile, sowohl im Bereich der Sprachkompetenz als auch beim Lesen und Schreiben, denn diese gehören nachweislich zu den wichtigsten Grundlagen für den Schulerfolg und für die Bildungslaufbahn von Kindern.

In diesem Seminar wird thematisiert, wie Erzieherinnen ein kindgerechtes und dialogorientiertes Betrachten von Bilderbüchern anbieten, anregendes Erzählen mit Kindern fördern und eine Metasprache, das Sprechen über die Sprache selbst, einführen können.

  • Was sind Literacy-Fähigkeiten?
  • Bilderbuchbetrachtung – Vorlesen
  • Wie gestalte ich eigene Erzählungen?
  • Wie unterstütze ich Kinder beim Erzählen?
  • Metakognition – Metasprache
  • Förderangebote in der Kita

Bildungs- und Lerngeschichten

Ein ressourcenorientiertes Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren

Bildungs- und Lerngeschichten schaffen eine Grundlage für die Kommunikation im Kita-Team, mit den Eltern und Kindern und wirken nachhaltig sprach-, begabungs- und partizipationsfördernd. Durch bewusste Beobachtung und ansprechende Dokumentation der kindlichen Lernprozesse im Portfolio können Erzieher kindliche Interessen und Kompetenzen anerkennend wahrnehmen und darauf aufbauend weitere Entwicklungsschritte und Lernerfolge gezielt fördern.

Ich selbst darf in diesem Seminar immer wieder als Negativbeispiel herhalten. Freiwillig. Inzwischen verkaufe ich das als Prioritätensetzung. Andere nennen es Schätze heben bzw. Stärken stärken.

Die Wahrheit ist: Ich bastele nicht gern.

Schon im Kindergarten hat man mich nicht in der Bastelecke vorgefunden. Aus Gründen. Warum muss heute jeder ein Universalgenie sein? Ich wurde mit meinen – zugegebenermaßen eingeschränkten – ausschließlich sprachlichen Fähigkeiten gefördert. Meine Grundschullehrerin ließ den Rest der Klasse in Rechtschreibung gegen mich antreten. Mein Plattdeutsch- und Religionslehrer nahm mich in seine Kasperletheatergruppe auf. Er weiß heute noch genau, welche Weiche er da für mich stellte. Mit meiner 3 in Mathe hätte mich heute niemand auf ein Gymnasium gelassen.

Ich hätte als Kind dieser Zeit wohl keine Chance mehr, in meinen Stärken gesehen zu werden.

Ich bin der Meinung, dass wir Menschen alle unsere Defizite kompensieren können – wenn man uns lässt. Ich selbst bin das beste Beispiel dafür, dass man ohne nennenswerte motorische oder mathematische Veranlagung etwas werden kann.

Allerdings musste ich durch einen tiefen Sumpf der Unwürdigkeit und gefühlten Dummheit waten, bis ich das an mir schätzen konnte, was ich kann – und nicht an der langen Liste der Dinge zerbrach, die ich nicht kann – und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nie können werde.

Alles was ich brauchte war jemand, der mich gesehen hat.

Das war wirklich alles.

Ein Pädagoge kann ein Menschenleben für immer verändern.

Und heute gehe ich in Kitas und rede vom positiven Blick. Fühlt sich gut an.

„Du willst doch nicht ernsthaft sagen, dass ein auffälliges Kind sich verändert, wenn ich einen anderen Blick auf es bekomme?“

So lautete einmal die intelligente Nachfrage einer Teilnehmerin dieses Seminares.

Und ja, genau das sage ich.

Sie konnte sich nicht vorstellen, wie sie das bewirken kann, wenn sie als Erwachsene doch selbst gar nicht involviert ist in die Konfliktsituationen, die das Kind mit anderen Kindern hat.

Ich glaube, dass wir nicht nicht involviert sein können.

Ich bin überzeugt davon, dass das Kind es spürt, wenn ich ihm gegenüber eine andere Erwartungshaltung an den Tag lege – dass ich es für möglich und denkbar halte, dass es sich neu verhält. Daraufhin wird es sein Verhaltensrepertoire erweitern und nach und nach seine Schublade in meinem Kopf verlassen können. Es wird sich darüber ehrlich freuen, nicht mehr so festgelegt zu werden, sich öffnen und das nach außen ausstrahlen.

Und das wiederum spüren sofort die anderen Kinder und verhalten sich ihm gegenüber ebenso neu.

Alle sind ein Stück befreit von den Rollen und Zuschreibungen, die sie von den Erwachsenen unreflektiert übernommen haben.

Und schwupps hat mein veränderter Blick für das Kind eine neue Welt geschaffen.

Alles, was es braucht, ist Vertrauen. Und vielleicht ein bisschen Handwerkszeug. Wie die Bildungs- und Lerngeschichten es mit ihrem wertschätzenden Menschenbild anbieten.

Mögliche Inhalte:

  • Bildung und Lernen in der frühen Kindheit
  • Der Ansatz der Bildungs- und Lerngeschichten
  • Zeitlupenbeobachtung und ihre Analyse nach Lerndispositionen
  • Das Verfahren der Bildungs- und Lerngeschichten
  • Verfassen einer Lerngeschichte
  • Nächste Schritte der Förderung
  • Austausch mit den Kindern: Förderung des Dialoges
  • Erfahrungsaustausch und Reflexion

Besonderheiten der Sprachförderung: Mundmotorik und phonologische Bewusstheit

Störungen der Sprachentwicklung haben vielfältige Ursachen und treten in verschiedenen Bereichen auf. Erzieherinnen können alltagsintegriert durch ein gutes Sprachvorbild wirken.

Manchmal weisen sprachauffällige Kinder jedoch Schwächen in der Koordination und Wahrnehmung der Mundmotorik, insbesondere der Lippen-, Wangen- und Zungenmuskulatur auf. Hier kann durch spielerische Übungen eine Sensibilisierung und Stärkung der Mundmuskulatur gefördert werden: Bei Kindern beliebte Saugübungen, Pusteübungen und mundmotorische Spiele werden in Bezug auf die Förderung der Artikulation erklärt und durchgeführt.

Bereits vorschulisch können Kinder die Fähigkeit trainieren, Wörter in Silben zu zerlegen, Silben zu einem Wort zusammenzufügen, Reime und Anlaute zu erkennen, aus Lauten ein Wort zu bilden oder ein Wort in seine Laute zu zerlegen.

Übungen zur phonologischen Bewusstheit  dienen der Prävention von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten im Schulalter. Gängige Screeningverfahren und die Elemente der phonologischen Bewusstheit in Theorie und Praxis werden vorgestellt. Ebenso geht es um Anschauungsmaterial und in Kindertagesstätten gängige Übungsprogramme.

  • Kindliche Ausspracheentwicklung und -störungen
  • Förderung der Mundmotorik
    • Mundmotorische Funktionen von Atmung, Lippen, Zunge, Wangen-/Kaumuskulatur und Gaumensegel
    • Mundmotorische Funktionsstörungen und ihre negativen Auswirkungen auf den gesamten Organismus
    • Vorstellung und Durchführung zahlreicher mundmotorischer Übungen, Puste- und Saugübungen
  • Förderung der phonologischen Bewusstheit
    • Definitionen und Modelle
    • Erhebungsverfahren und Aufgabenbereiche
    • Förderung der phonologischen Bewusstheit
    • Trainingsprogramme
    • Praktischer Teil: eigene Ideensammlung

Sprachentwicklung einschätzen: Beobachtung, Screening und Test

Erzieherinnen erzählen mir immer wieder die gleiche Story:

Ein Kind hat sich sprachlich nicht ausreichend entwickelt. Da gibt es klare Marker, z.B. wenn das Kind die 50 Wörter-Grenze mit zwei Jahren noch nicht erreicht hat und noch keine Zweiwortsätze bildet. Das Kind ist dann ein sogenannter Late-Talker – und trägt somit ein 20-fach erhöhtes Risiko, eine Sprachentwicklungsstörung auszubilden.

Keine Verzögerung. Eine Störung!

Viele Erzieherinnen wissen das und sprechen dann rechtzeitig die Eltern an. Die Eltern gehen dann zum Kinderarzt. Und der sagt: Das verwächst sich.

Und die Erzieherin steht dann doof da (Die Logopädin übrigens auch).

Und dem Kind wird nicht geholfen.

Das kommt dann oft Jahre später mit heftigen phonologischen Verarbeitungsstörungen im Vorschuljahr in meine Praxis und ich muss dann die Arbeit, für die ich entspannt Zeit gehabt hätte, wenn die Erzieherin und die Eltern ernst genommen worden wären, in wenigen Monaten machen. Wobei dann eine spätere Lese-Rechtschreibschwäche häufig nicht mehr zu verhindern ist.

Ja, das frustriert mich seit Jahren.

Immer wieder kommen Mütter nach einer kurzen Beratung bei mir ohne Verordnung vom Kinderarzt wieder. Das Kind bekommt eine logopädische Verordnung, wenn es vier wird, obwohl es jetzt, mit drei Jahren, gerade mal anfängt, bei äußerst eingeschränktem Wortschatz Zweiwortsätze zu bilden und eine pathologische phonologische Störung zeigt. Die von allein nicht besser werden KANN.

Zum Glück gibt es Beobachtungsinstrumente, die auch Kinderärzte verwenden – und wenn man die im Vorfeld ausfüllt und den Eltern in die Praxis mitgibt, dann hat die Sorge um das Kind plötzlich ein ganz anderes Gewicht. Sie ist dann wissenschaftlich fundiert dokumentiert. Sie gibt nicht nur ein dumpfes Gefühl wider. Die Sprache, die Ärzte sprechen. Geballte und ausgestrahlte pädagogisch-therapeutische Kompetenz.

In diesem Seminar geht es um die Abgrenzung von Sprachentwicklungsverzögerungen gegenüber Sprachentwicklungsstörungen – und wie man sie erfolgreich erkennen und passgerechte Hilfe für das betroffene Kind in die Wege leiten kann.

Es ist wirklich wichtig, dass wir uns da im Sinne der Kinder durchzusetzen lernen. Zugang zu Sprachförderung und Sprachtherapie sind kein Luxus. Sie sind die Grundlage für alles, was folgt. Sprache ist eine Querschnittsaufgabe, die sich durch alle Bildungsbereiche zieht. Bildungssprache zu erwerben sollte niemandem verwehrt werden.

Erzieherinnen haben die Aufgabe, die Sprachentwicklung von Kindern einzuschätzen, um Förderung oder Therapie zu vermitteln und beim Übergang in die Grundschule ihren Sprachstand darzustellen.

Hierbei können sie anhand von Beobachtungen vorgehen oder aber gängige Screening- und Testverfahren verwenden.

Sprachentwicklung und mögliche Störungen sowie verschiedene Sprachfeststellungsverfahren und ihre Dokumentation werden vorgestellt.

Bitte bringen Sie Ihre vorhandenen Beobachtungsinstrumente mit!

  • Sprachentwicklung
    • Sprachentwicklung und mögliche Warnhinweise
    • Entwicklung der Aussprache
    • Mehrsprachigkeit
    • Stottern
  • Beobachtung und Dokumentation
    • Theorie: Beobachtungsebenen
    • Praxis: Beobachtungsinstrumente und ihre Anwendung
    • Reflexion: Beobachtungsfehler und Selbstreflexion
  • Verfahren zur Sprachstandserhebung
    • Screenings und Tests

Dieses Seminar wird am 12.11.2021 bei der Social Academy in Hamburg angeboten.

Sprachentwicklung und Sprachförderung bei mehrsprachigen Kindern

„Bitte sprechen Sie nicht in Ihrer Muttersprache mit Ihren Kindern – ich weiß ja nicht, ob Sie schlecht über mich reden.“

Mir liegt mein Seminar über Mehrsprachigkeit insbesondere deshalb sehr am Herzen, weil ich es tatsächlich so erlebt habe – dass ich von der Kindergartenleitung gebeten wurde, deutsch zu sprechen. Mir wurde dieses Misstrauen ausgesprochen.

Das hat mich im Innersten erschüttert.

Und ich BIN deutsch.

Wie muss es den anderen Eltern erst gehen, die nicht so gute Deutschkenntnisse haben und ihren Kindern kein Sprachvorbild sein können?

Mehrsprachigkeit ist keine Krankheit – im Gegenteil. 70 Prozent der Menschheit spricht mehr als eine Sprache, oftmals auch auf muttersprachlichem Niveau.

Das Herz drückt sich in der Muttersprache aus.

Mehrsprachigkeit ist eine Chance.

Jedes fünfte Kind in diesem Land hat einen Migrationshintergrund. Dennoch werden in Deutschland immer wieder Stimmen laut, es müsse deutsch gesprochen werden und nichts anderes.

Der Spracherwerb verläuft bei mehrsprachigen Kindern sehr individuell und hängt von verschiedenen Bedingungen ab, z.B. Intensität und Zeit des Kontaktes mit den gelebten Sprachen.

Wird in einer Familie eine andere Sprache als Deutsch gesprochen, so ist es wichtig, diese Sprache zuerst zu stärken. Denn wenn der Spracherwerb des Deutschen erst im Kindergartenalter beginnt, so baut er auf der Erstsprache auf – so funktioniert Sprachentwicklung.

„Das hat noch nie jemand zu mir gesagt.“ Das war einmal die Entgegnung einer mehrsprachigen Mutter auf mein Plädoyer für ihre Muttersprache.

Was ich zu ihr sagte, war: „Deutsch lernt Dein Kind im Kindergarten und in der Schule. Hier in Deutschland. Easy. Wofür wirklich etwas getan werden muss, das ist, die Muttersprache zu erhalten. Also bitte sprich in Deiner Muttersprache mit Deinem Kind. Je besser die sitzt, desto besser baut das Deutsche darauf auf. Und jede weitere Sprache, die danach kommt. Das ist wissenschaftlich erwiesen.“

„Stimmt“, sagte sie. „In meiner Familie gibt es viele, die unsere Muttersprache nur noch verstehen können, nicht mehr sprechen…. „

Selbst mir ist es nicht gelungen, dass meine Kinder in meiner friesischen Muttersprache mit mir sprechen – sie haben immer auf deutsch geantwortet.

Für Eltern bedeutet das, durch einen Trauerprozess zu gehen.

Ein anderes Kind ließ nach sich nach ein paar gemeinsamen Stunden mit mir wieder auf seine Muttersprache ein, sprach nicht mehr nur Deutsch. Mutter und Kind strahlten, als sie mir davon berichteten.

Ich hatte ihnen etwas erlaubt, was in diesem Land einem stillschweigenden Verbot zu unterliegen scheint. Mehrsprachig zu leben.

Mehrsprachigkeit ist keine Krankheit. Mehrsprachigkeit birgt keine Gefahren.

Im Gegenteil.

Für mich ist die Fähigkeit, in mehreren Kulturen, Sprachschätzen und Denkweisen unterwegs sein zu können, ein Ausdruck unermesslichen Reichtums. Ein Ja zur Vielfalt.

Um mehrsprachigen Kindern den Erwerb der deutschen Sprache zu erleichtern, sind Erzieherinnen demnach auch Kulturvermittler.

Kinder brauchen das Gefühl, mit ihrer Muttersprache willkommen geheißen zu werden. Nur unter dieser Bedingung werden sie unsere deutsche Sprache annehmen können. Durch Sprache drücken sie sich aus, zeigen sich einer bestimmten Kultur zugehörig.

Denn sie SIND ihre Sprache.

Und nur wenn wir ihnen diese Zugehörigkeit spiegeln, sie ganz natürlich in beiden Sprachsystemen zu Hause sehen, können sie sich entwickeln. Denn dann dürfen sie bedingungslos so sein, wie sie sind.

Für mich bleibt es existentiell.

Hilfreiche Möglichkeiten der Einbindung dieses Willkommensgedankens sind Thema dieses Seminars.

Weitere mögliche Inhalte sind:

  • Sprachentwicklung bei Mehrsprachigkeit
    • Simultaner Spracherwerb
    • Sukzessiver (zeitlich nacheinander folgender) Zweitspracherwerb
  • Die Rolle der Erzieherin
    • Interkulturelle Kompetenz
    • Zusammenarbeit mit den Eltern
  • Einschätzung der Sprachentwicklung
    • Beobachtungsverfahren, SISMIK
    • Sprachförderung bei mehrsprachigen Kindern

Alltagsintegrierte Sprachförderung in Krippe und Elementarbereich

„Dehe bauche. Wo Dehe?“ So oder so ähnlich könnte ein zweijähriges Kind, das mich bei der begonnenen Bastelarbeit unterstützen möchte, nach der Schere fragen, die es braucht.

Was die Sprachentwicklung angeht, wäre es mit zwei Jahren gut im Rennen. Völlig altersgemäß.

Wie aber sieht es aus, wenn es sich um ein bereits vierjähriges Kind handelt?

In seinem Alter erwartet man bereits viel mehr.

In diesem Seminar geht es darum, die Kinder, bei denen wir uns entspannt zurücklehnen, während wir ihnen beim Sprechenlernen quasi zugucken können, von den Kindern zu unterscheiden, die von einer Sprachförderung im Kindergarten nicht profitieren können. Die mehr brauchen. Mehr Unterstützung, mehr Förderung – sie brauchen eine Einzeltherapie.

Woran erkenne ich, wann ein Kind zum Logopäden muss?

Da stehen mir eindeutige Warnhinweise zur Verfügung, die mich sozusagen das rote Warnblinklicht rechtzeitig erkennen lassen. Die ich mich nicht scheue, an pädagogische Fachkräfte weiterzugeben. Damit wir gemeinsam die Weichen stellen können, um im Endeffekt bereits vorschulisch drohende Lese-Rechtschreibschwierigkeiten zu verhindern. Um Kindern dazu zu verhelfen, sich ausdrücken zu können. Eine Stimme zu haben. Wenn alle an einem Strang ziehen, geht das.

Sprachförderung ist mehr, als einfach ein gutes Sprachvorbild zu sein und darauf zu achten, dass ich langsam, deutlich, zugewandt und auf Augenhöhe mit dem Kind spreche.

Sprachförderung ist auch mehr als die Anwendung von Gesprächstechniken: immer einen kleinen Schritt dem Stand des Kindes voraus zu sein, natürliche Fehlerkorrektur durch spielerisch korrigierende Rückmeldungen zu geben, aktiv zuzuhören.

Sprachförderung ist gelebte Haltung.

Sprachförderung ist konsequenter Dialog, ist die unbedingte Erwartungshaltung, dass das Kind mit mir kommunizieren wird, wenn ich ihm den Raum dafür öffne und mich für sein So-Sein interessiere.

Es ist radikale Anerkennung.

Sprachförderung ist erstaunlich politisch.

Reflexionsmöglichkeiten und eine kleine Einführung zu den Wirkkräften lebendig-authentischer alltagsintegrierter Sprachförderung gibt es in diesem Tagesseminar.

PS: Fragen zur Sprachentwicklung werden selbstverständlich auch geklärt.

Mögliche Inhalte könnten sein:

  • Sprachbaum
  • Sprechgelegenheiten entwickeln
  • Sprachvorbild und Sprechfreude
  • nonverbale Kommunikation
  • Verständnissicherung und aktives Zuhören
  • Dialogische Haltung und hilfreiche Fragen
  • Wiederholungen
  • Corrective Feedback

Stimmprävention für pädagogische Fachkräfte

Wie man sich eine tragkräftige Stimme erhält

Die Arbeit in Kindertagesstätte und Schule gilt als eine der stimmintensivsten.

Ich frage vorher anhand eines Selbsteinschätzungsbogens immer nach der vorhandenen Symptomatik – und erfahre so, ob es sich noch um Prävention handelt oder ob schon Probleme bestehen.

Da waren schon so einige Teilnehmerinnen darunter, die sagten: Ich komme präventiv. Mit meiner Stimme ist alles okay. Aber abends, nach der Arbeit im Kindergarten oder in der Schule, da mag ich meine Stimme nicht mehr einsetzen. Am liebsten möchte ich gar nicht mehr angesprochen werden und gleich aufs Sofa.

Es tut mir dann irgendwie leid, wenn ich darauf antworten muss: Dann ist es schon keine Prävention mehr.

Unsere Stimme ist so gebaut, dass sie stark genug ist. Sie sollte im gesunden Zustand deutlich länger als einen Arbeitstag durchhalten. Sie sollte generell durchhalten.

Die gute Nachricht ist: Unsere Stimme wird vom ganzen Körper getragen. Stimme entsteht nicht nur isoliert in unserem Kehlkopf.

Wir können sie durch entsprechende Körperarbeit beeinflussen und stabilisieren. Es gibt außerdem noch viele andere Stellschrauben, an denen wir drehen können, um sie uns zu erhalten und auch wiederzugewinnen.

Ich werde noch lange darüber grübeln, warum Prävention beim Menschen nicht wirklich zu funktionieren scheint. Wir kommen immer erst in Wallung, wenn wir den Punkt eigentlich schon überschritten haben. Dabei wäre es so leicht, für uns zu sorgen.

Wir sind es wert.

Das Seminar vermittelt Stimmtechniken für den Alltag:

  • zum schonenden Umgang mit der Stimme
  • zum Umgang mit stimmbelastenden Situationen
  • zur Erhöhung der stimmlichen Durchsetzungsfähigkeit

In diesem Kurs wird der Zusammenhang zwischen Körperspannung, Atmung und Stimme theoretisch und praktisch erfahrbar gemacht. Übungen zur Verbesserung der Atmung, zur Stimmhygiene und Entspannungsarbeit werden vorgestellt und stimmschonende sowie raumakustische Maßnahmen im Berufsleben visualisiert. Spielerisch stellt sich der Körper auf neue Muster ein.

Methode:

  • Analyse des Sprechverhaltens in konkreten Sprechsituationen (nach Wunsch der Teilnehmer)
  • Praxis der Stimmtechnik (Wahrnehmung, Atmung, Haltung, Tonus, Artikulation, Modulation)

Zielsetzung:

  • Prävention von Stimmstörungen
  • Wissen zu Stimmfunktion und Stimmökonomie
  • Umsetzungsmöglichkeiten der Inhalte im Arbeitsalltag

Bitte bequeme Kleidung und eine Decke mitbringen!

Das Seminarkonzept beruht auf Wirksamkeitsstudien der Universität Hildesheim. Seit 2003 habe ich mich im Bereich der Stimmprävention engagiert und wurde 2014 und 2019 vom  niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung NLQ zur Ausgestaltung von Stimmseminaren für Lehrerinnen und Lehrer qualifiziert.

Den roten Faden bildet das von mir formulierte Modell der Wirkfaktoren von Stimmgesundheit.

Wer sich individuell coachen lassen möchte, sei ebenfalls herzlich eingeladen.

Ich freue mich, hier einige Feedbackstimmen veröffentlichen zu können:

 „Vielen lieben Dank, auch für den tollen Tag! Er hat mir Hoffnung gemacht doch noch bis zu meiner Rente in der Kita arbeiten zu dürfen.“

„Am Anfang dachte ich: Wo bin ich denn hier gelandet? Ich habe etwas gebraucht, zu verstehen, was du da machst. Der Nachmittag war Weltklasse.“

„Da holt man sich eine Logopädin ins Haus, wenn man Teambuilding machen will? Das hätte ich jetzt nicht erwartet!“

Kommunikation mit Demenzerkankten

Die Betreuung demenzkranker Menschen fordert alle Beteiligten. Die Beziehung wird durch Kommunikationsprobleme zusätzlich belastet, da Demenzerkrankte je nach Erkrankungsdauer Schwierigkeiten haben können, Gesprächen zu folgen oder immer wieder dieselben Fragen stellen.

In dieser Seminarreihe werden Kommunikationsstrategien vorgestellt, durch die gezielt individuelle Stärken der Demenzerkrankten erkannt und genutzt werden können, um zu einem entspannteren Miteinander zu gelangen. Frustrierende Kommunikationserlebnisse werfen die Erkrankten auf ihre Schwächen zurück. Ein ressourcenbewusster Umgang beugt hingegen dem Verstummen vor.

Trainingsziele

• Steigerung des Wissens der pflegenden Angehörigen zum Thema Kommunikation mit Menschen mit Demenz
• Verbesserung der Kommunikationskompetenz der pflegenden Angehörigen mit dem Erkrankten
• Reduktion der wahrgenommenen Belastung der pflegenden Angehörigen in der häuslichen Pflege
• Steigerung der Lebensqualität der Patienten mit Demenz

Kommunikation bei Demenz

Jede Demenzerkrankung ist so individuell wie der betroffene Mensch und sein Umfeld.
Typische Symptome entstehen durch degenerative Veränderungen des Gehirns:

• Orientierungsprobleme im Alltag
• Zunehmende Gedächtnisstörungen
• Probleme bei der Alltagsbewältigung
• Verlust der Selbständigkeit
• Verhaltensänderungen und Wesensänderungen

Im Rahmen einer Demenzerkrankung verändern sich auch die Fähigkeiten zur Kommunikation.

Veränderungen der Kommunikation bei Menschen mit Demenz

Bisher selbstverständliche Schritte werden schwierig oder unmöglich:

• Wortfindungsstörungen erschweren das Formulieren der eigenen Gedanken
• Es wird schwieriger, die Aufmerksamkeit dem Gesprächspartner zuzuwenden
• Sprachverständnisprobleme treten auf
• Gesprächsinhalte werden schnell vergessen

Erhalten bleiben in der Regel die non-verbale Kommunikationsfähigkeit und das Verständnis für die ausgedrückten Emotionen.

Trainingsinhalte – Themen

Das Training wendet sich an die versorgenden und pflegenden Angehörigen von Menschen, die an Demenz erkrankt sind.

Austauschen und Kennenlernen
• Der Erfahrungsaustausch der Teilnehmer ist ein wichtiger Grundstein des Trainings
• Die individuellen Situationen, Probleme und Lösungen erhalten Raum im Rahmen der Gruppenarbeit

Was ist Demenz?
• Ursachen und Symptome
• Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten

Für sich selbst sorgen
• Entlastungsmöglichkeiten
• Unterstützungsangebote

Kommunikation mit Menschen mit Demenz
• Stärken und Schwächen in der Kommunikation erkennen
• Wieder Sicherheit in der Kommunikation mit dem Betroffenen gewinnen
• Strategien für Senden und Empfangen von Nachrichten erlernen

Kooperation mit Pflegekräften
• Möglichkeiten der Zusammenarbeit kennenlernen

Durchführung des Trainingsprogramms

Ablauf
• Gruppenabende für Angehörige von Menschen mit Demenz
• 1 mal pro Woche Training mit einer spezialisierten Gerontologopädin
• 8 Termine à 90 Minuten

Methodisches Vorgehen
• Informationen/ Vorträge
• Kleingruppenarbeit
• Selbsterfahrungen
• Erfahrungsaustausch in Kleingruppen und im Plenum als wichtiger Bestandteil

Angebot

Kommunikationstraining bei Demenz – Angehörigenprogramm zur Pflegeunterstützung.
Dauer: 8 Gruppentreffen à 90 Minuten.
Teilnehmer: 5 – 12 Angehörige

Ort: Praxis für Logopädie und Arts & Change-Coaching Britta Weinbrandt, Am Dorfplatz 7 in 21514 Güster

Ich biete es auf Anfrage je nach Ihrer Lebenssituation zu verschiedenen Zeiten an.

Kosten: Über die Krankenkasse / Heilmittelverordnung vom behandelnden Arzt

Verordnung des Trainingsprogramms
Über eine ärztliche Heilmittelverordnung für Logopädie für den betroffenen Demenzerkrankten mit folgenden Angaben:
Diagnoseschlüssel: SP5
Diagnose: Störung der Sprache nach Abschluss der Sprachentwicklung
Leitsymtomatik: Störung der Kommunikation mit Wortfindungsstörungen und Störungen des Sprachverständnisses
90 min, 8x, 1x pro Woche, Gruppe

Quelle/Literatur
Haberstroh, J.; Pantel, J., (2011). Kommunikation bei Demenz – TANDEM Trainingsmanual. Berlin: Springer Verlag
(Vom Bundesministerium für Gesundheit gefördertes Leuchtturmprojekt für Demenz)

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in meinem Artikel „Gefühle werden nicht dement“.