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Übungssammlung zur Förderung der phonologischen Bewusstheit

Wirksam und spielerisch die Lese-Rechtschreibkompetenzen fördern

Es ist erwiesen, dass Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten daraus entstehen können, dass Kinder die  Einzellaute, aus denen Wörter aufgebaut sind, nicht richtig wahrnehmen und verarbeiten können. Das kann man sich ja auch leicht vorstellen, dass ein Wort, wenn es nicht richtig gehört wird, auch nicht richtig geschrieben werden kann.

Ich vermute beispielsweise schon recht lang, dass die Tatsache, dass unglaublich viele Erstklässler das „Dativ-dem“ noch nicht verwenden, also „etwas liegt auf den Tisch“ statt  „auf dem Tisch“ sagen, in einem Verhörer begründet sein könnte und nicht unbedingt in Grammatikproblemen. Rund sechzig Prozent aller deutschen Worte werden lautgetreu geschrieben, also genau so, wie man sie hört. Diese sechzig Prozent hätte man also schon einmal gewonnen, wenn die Hörwahrnehmung klappt. Das reduziert die mögliche Fehlerzahl gewaltig!


Nachweislich erleichtern kann man Kindern den Einstieg in den Lese- und Rechtschreiberwerb, wenn man also bereits vorschulisch die Fähigkeiten der phonologischen Bewusstheit fördert. Zur phonologischen Bewusstheit gehören im weiteren Sinne das Reimen oder Silbenklatschen, das sogar schon Dreijährige meistern können. Die meisten sind in der Lage, den Satz „Ich kenne eine Maus, die wohnt in einem —-“ korrekt zu beenden.

Im engeren Sinne gehört dazu das Erkennen von gleichen Anlauten oder  die Fähigkeit, aus den Silben Mau – se – fal – le das Wort Mausefalle bzw. aus den Lauten W-a-l das Wort Wal zusammenzusetzen (und umgekehrt). Oder dass ein Kind, wenn ihm T- isch vorgesagt wird, auf den Tisch zeigt und nicht auf den Fisch. Und erst recht nicht auf den Stuhl. Dies ist schon deutlich schwerer. Es bedeutet jedenfalls, dass ein Kind in der Lage sein sollte, nur die Wortform unabhängig von der Bedeutung des Wortes betrachten zu können.


Ein weiterer Aspekt, der dazu gehört, ist die phonologische Verarbeitung im Arbeitsgedächtnis, sprich: die Merkfähigkeit. Und auch hier kann man sich wieder denken, dass es bei einer geringen Merkspanne schwierig sein sollte, kompliziertere Wortoperationen vorzunehmen wie zum Beispiel die Aufgabe: „Zeig mir „Bengel“, aber hexe vorher bitte das B weg!“ Abgesehen davon, dass das Anlaute-Manipulieren tatsächlich eine der schwierigsten Aufgaben ist, die einem in diesem Bereich begegnen kann, ist es schwer, auf den Engel zu zeigen, wenn man sich schon die Aufgabenstellung bzw. das Ausgangswort gar nicht richtig merken konnte.

Die phonologische Verarbeitung beim Zugriff auf den Wortspeicher ist ein weiterer Punkt. Das kann man z.B. daran erkennen, wie sehr man sich dabei verhaspelt oder vielleicht falsche Wörter sagt, wenn man schnell eine Reihe von Begriffen benennen lässt. Und zuletzt ist es auch wichtig, dass die Verknüpfung zwischen dem Laut mit dem dazugehörenden Buchstaben gut gefestigt ist, die sogenannte Paarassoziation. Es soll Kinder geben, die schlicht Probleme haben, sich den passenden Buchstaben zum passenden Laut zu merken.


Um dieses alles zu trainieren und die Kinder zu unterstützen gibt es einige Programme für Kindertagesstätten, wie zum Beispiel „Wuppi“ und „Lobo vom Globo“ oder die „Mutter aller Trainingsprogramme“, das „Würzburger Trainingsprogramm“ „Hören, lauschen, lernen“. Natürlich habe ich als Logopädin viele therapeutische Spiele und als Dozentin in der Kitaweiterbildung auch Anschauungsmaterial in dieser Richtung da. Weil ich mir aber gedacht habe, dass es doch immer etwas viel verlangt ist, sich gleich irgendwelche teuren Materialien anzuschaffen, sei es als Eltern oder als pädagogische Fachkraft, habe ich irgendwann angefangen, Spielideen, die ich mir entweder selbst ausgedacht hatte oder im Internet fand, einfach mit dem Material umzusetzen, das ich hatte.

Und eines der ältesten Spiele, das ich besitze, das es auch noch zu kaufen gibt, ist das Kinder Memory von Ravensburger. (Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass ich hier in keiner Weise vertraglich mit dem Verlag verbandelt bin –  Und ja, wie auf dem Photo zu erkennen ist, habe ich als Kind darauf wert gelegt, insbesondere ein gewisses Pärchen zu gewinnen: Die markierte Karte ist eine Katze.)

Ich begann, damit zu experimentieren, und machte es mir zusätzlich zur Gewohnheit, wann immer ich mein Seminar über phonologische Bewusstheit irgendwo hielt, allen Teilnehmerinnen die Zeit zu geben, ebenfalls ihre Spielideen miteinander auszutauschen und aufzuschreiben. Mit der Zeit ist dadurch eine recht ordentliche Spielesammlung zustande gekommen, die über den Bereich phonologische Bewusstheit deutlich hinaus geht. Und genau diese Sammlung stelle ich im Folgenden vor. Sie ist sicherlich auch auf andere Spiele übertragbar. Viel Spaß damit!

Ideensammlung für das „Kinder Memory“

Wortschatz und Sprachproduktion

  • Kartenklatschen
  • Bilder benennen
  • In vollständigen Sätzen erzählen, was man sieht: Der Luftballon ist rot. Der Feuerwehrmann löscht das Feuer.
  • Schneller Wortabruf: Normale Memoryregeln. Die gewonnenen Karten werden offen neben jeden Spieler abgelegt. Wer ein neues Pärchen gewinnt, muss so schnell wie möglich alle seine bislang gewonnenen Karten benennen
  • Bilder pantomimisch darstellen, raten lassen
  • Einzahl-Mehrzahl – lässt sich auch gut bei jedem Memoryspiel begleitend einsetzen
  • Sortieren nach Artikeln (gern auf farbigem Papier: blau = der, rot = die, gelb = das)
  • Erklären und Raten: Die Hälfte der Bilder offen auslegen, die andere Hälfte verdeckt stapeln. Abwechselnd eine Karte vom Stapel ziehen, erklären, wie es aussieht, was man damit machen kann… – ohne den Begriff zu nennen – und erraten lassen
  • Variante: Ich sehe was, was Du nicht siehst…
  • Kategorien bilden: Tiere, was kann man essen, was fliegt, was hängt am Baum, was hat vier Beine, was schwimmt, was wächst, Fahrzeuge…
  • Variante: Finde aus einer Reihe den Gegenstand, der nicht dazu passt (Flugzeug – Katze-Eule-Hund)
  • Größe und Gewicht: Was kann ich tragen?
  • Nach Möglichkeiten sortieren: Was kann alles in einem Haus sein? Was gehört nach drinnen, was nach draußen?
  • Was braucht: …ein Schiff? Wasser, … ein Hund? Wasser und Fressen, …die Blume? Wasser und Erde und Sonne
  • Was verbindest du mit dem Bild? Frosch = Froschkönig, Teich…
  • Gegensätze finden: heiß/kalt
  • Adjektive finden, Bilder beschreiben
  • Wortreihen zusammensetzen, auch Quatschwörter: Clowneis, Erdbeerhund,…
  • Ratz Fatz: Erwachsener erzählt eine Geschichte. Die Zielwörter liegen aus und sollen von den Kindern erkannt und aus der Mitte genommen werden.
  • Quatschgeschichten: Jeder Spieler bekommt von jedem Mitspieler eine Karte zugeteilt. Alle erhaltenen Wörter müssen in der Geschichte vorkommen
  • Koffer packen
  • Zicke Zacke Hühnerkacke: Die Hälfte der Karten offen im Außenring als Spielfeld auslegen, die andere Hälfte verdeckt in die Mitte legen. Mit Spielfiguren einen Weg erwürfeln und die Karte, auf der man gelandet ist, in der Mitte versuchen, wiederzufinden
  • zählen

Visuelle Wahrnehmung

  • Farben benennen
  • Variante: von 5 ausgelegten Karten die vier roten Gegenstände heraussuchen
  • Dalli Klick: Pappen ausschneiden, z.B. mit Symbolen in der Mitte. Die Bilder werden damit belegt und zum Teil verdeckt. Raten lassen, was darunter versteckt ist
  • Kim-Spiel: Eine zu steigernde Anzahl von Bildern auslegen. Davon nach einer Weile des Einprägens ein bis zwei der Bilder aus der Mitte entfernen und erraten lassen
  • Variante: z.B. 3 Bilder in die Mitte legen, alle umdrehen: Was lag da? Anzahl steigern

Hörwahrnehmung und Phonologische Bewusstheit

  • Geräusche produzieren und raten lassen: Die Hälfte der Bilder offen auslegen, die andere Hälfte verdeckt stapeln. Abwechselnd eine Karte vom Stapel ziehen und ein Geräusch produzieren
  • Geräusche vorher mit den Kindern aufnehmen. Abspielen lassen, dann raten
  • Reime bilden, auch Quatschreime. Das entsprechende Bild erraten lassen und aus der Mitte sammeln: Ratze – Katze
  • Wettbewerb: Wer findet am schnellsten einen Reim?
  • Wettbewerb: Karten aufdecken – Wer klatscht am schnellsten die Silben?
  • Jeweils zwei Karten zur Auswahl geben und bestimmen lassen, welches länger und welches kürzer ist
  • Mit Bauklötzen, Legosteinen oder ähnlichem die Mengen 1 bis 5 darstellen. Die Bilder anhand der Silbenanzahl von Clown bis Mo – tor – rad – fah – rer sortieren.
  • Wer hat das längste Wort: Alle Bilder auf die Spieler austeilen, Stapel bilden. In jeder Runde geben die Spieler die oberste Karte in die Mitte. Wer das längste Wort bilden kann, gewinnt die Runde. Haben zwei Spieler die gleiche Silbenanzahl, gibt es zwischen den beiden ein Stechen. Wer am Ende den größten Stapel hat, gewinnt.
  • Alle Karten in einem Kreis verdeckt auslegen. Jeder hat eine Spielfigur auf einem eigenen Feld. Man dreht die Karte um, auf der man steht, und geht so viele Felder weiter, wie diese Silben hat. Dabei tritt man nur auf die noch verdeckten Karten
  • Einen Würfel dazunehmen und je nach Würfelpunkten ein Wort mit der passenden Silbenanzahl heraussuchen. Die 6 ist ein Joker. Mögliches Spielende: Wer zuerst alle 1- 5 Silben gesammelt hat
  • Die Karten statt eines Würfels in einem Brettspiel der Wahl verwenden und pro Silbe ein Feld weiterziehen: Dreht man das Flugzeug um, geht der Spieler zwei vor, etc.
  • Karte ziehen und die Anzahl der Silben auf Teppichfliesen hüpfen lassen. Daraus kann man ein Zielwetthüpfen machen: Wer zuerst ankommt
  • Silben vermischen: schen – lam  -ta – pe, beer – eis – erd, pe – tul, to – wehr – feu – au sollen trotzdem verstanden und herausgesucht werden
  • Sprachmelodie: Wörter verschiedener Silbenanzahl auslegen, vorsummen. „M – m – m“ für Feuwehr, „M“ für Bus sollen trotzdem verstanden und herausgesucht werden
  • Sich zu einer Karte einen Satz ausdenken. „Die Katze klettert eine Leiter hoch“. „Der Hund bellt“. Das Kind soll zählen, wie viele Wörter in dem Satz waren. Eine Handvoll Muggelsteine oder ähnliches zum Darstellen der Anzahl bereithalten
  • Sortierspiel: Anlaute nach dem ABC
  • Anlauterkennung: Generell gleiche Anlaute finden lassen
  • Variante: Bei zwei vorgelegten Karten erkennen lassen, ob sie gleich anfangen oder nicht
  • Variante: 4 Karten auslegen, von denen drei gleich anfangen. Welches gehört nicht dazu? z.B. Schloss – Schiff – Schlange – Maus oder Frosch – Feuerwehr – Hund – Flugzeug
  • Das gleiche mit Endlauterkennung
  • Endlaut-Anlaut-Wörterschlange: An ein Wort, das mit SCH endet, passt ein neues, das mit SCH anfängt: An Schiff passt Fisch, an Fisch passt Schlange, an Schlange passt Erdbeere etc.
  • Von zwei gleich anfangenden Wörtern nur den ersten Laut benennen: Fisch und Feuerwehr beginnen mit F
  • Vokalerkennung: An jeden Spieler 5 Karten austeilen. Einer beginnt, eine Karte in die Mitte zu legen, die nächsten müssen die Vokale bedienen. Katze passt auf Schlange. Wer nicht kann, nimmt eine Karte auf.
  • Variante: Vokalwechsel: Auf Lokomotive passen Wörter mit o, i und e
  • Drei Chinesen mit dem Kontrabass: Vokal aussuchen, alle Wörter damit sprechen. Maas, Aas, Krakadal
  • Nach einem bestimmten Ziellaut suchen, z.B. K, dann Katze, Schnecke etc. zusammentragen. Anschließend sortieren nach Anlaut – Mittellaut – Endlaut
  • Robotersprache: Karten auslegen und beim Benennen den Anlaut vom Reim trennen. Die Kinder sollen erkennen, welches Wort gesagt wurde, K-atze, H-und, Fl-ugzeug… Oder auch den Endlaut abtrennen: Mau-s, Eul-e
  • Robotersprache – erhöhter Schwierigkeitsgrad: Alle Laute voneinander getrennt vorsprechen und erraten lassen, Sch-i-ff, K-a-tz-e,…
  • Spoonerism: Weuerfehr, Schampfdiff, Spegenst, Fotorradmahrer sollen trotzdem verstanden und herausgesucht werden
  • Beide Karten eines Pärchens auslegen, eines der Wörter falsch aussprechen: Schiff oder Siff, Baum oder Paum, Apfel oder Afel. Entscheiden lassen, welches richtig war.
  • Wörter nach Anzahl der Laute sortieren, C-l-ow-n = 4, K-a-tz-e = 4
  • Geheimsprache: Seinen eigenen Namen aus den Anfangslauten legen, Gabi= Geldbeutel – Apfel – Baum – Indianer
  • Laute aus dem eigenen Namen wiedererkennen   
  • Laute manipulieren: Karte ziehen und benennen, Anlaut weghexen. Was bleibt?
  • Paarassoziation: Zu einzelnen Karten Laute erfinden oder Silben. Clown = mi, Ballon = la, Feuerwehrauto = ro. Auswendig lernen, dann Reihenfolge vertauschen. Was steht da jetzt? Gern auch die Pärchen doppelt verwenden: ro – mi – la – la – ro – mi

Auditive Merkfähigkeit

  • Bis auf eines alle Bilder in der Mitte benennen. Die Kinder raten, welcher Begriff fehlte. In jeder Runde eine Karte mehr dazunehmen und den Schwierigkeitsgrad steigern
  • Variante: Ein halbes Memoryspiel liegt offen in der Mitte, die andere Hälfte auf einem Stapel. Einer zieht mehrere Karten vom Stapel (Anzahl steigerbar) und „liest sie vor“. Anschließend werden die gehörten Bilder eingesammelt oder mit Muggelsteinen, Holzsteinen etc. belegt.
  • Variante: Alle Karten mischen und auslegen. Einer zieht nacheinander eine Karte nach der anderen und „liest sie vor“. Danach wird sie verdeckt wieder umgedreht. Die Kinder sollen sich Karten und Position merken. Wenn die erste doppelt vorgekommen ist, dürfen die anderen versuchen, sie abzuklatschen

Ein Dank geht an alle weiteren Ideengeberinnen und Teilnehmerinnen der Seminare „Förderung der phonologischen Bewusstheit als Prävention von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten“

Faszination Aussprache

Ich werde sehr oft von Eltern oder Erzieherinnen zwischen Tür und Angel um die Einschätzung der Sprachentwicklung eines Kindes gebeten. Wenn Kinder Probleme mit verschiedenen Lauten haben und ständig falsch verstanden werden, dann machen sich die Angehörigen natürlich Sorgen. Selbstverständlich stelle ich keine Ferndiagnosen, aber es ist durchaus keine Zauberei, nach ein paar gezielten Nachfragen aus den geschilderten Eigenarten schließen zu können, ob genau dieses bestimmte Kind dringend einmal einem Arzt vorgestellt werden müsste, um frühzeitig einer Sprachentwicklungsstörung vorzubeugen. Ich möchte an dieser Stelle gern verraten, woran ich mich bei meiner Entscheidung orientiere, und konzentriere mich auf den Schwerpunkt Ausspracheentwicklung.

Ausspracheprobleme sind tatsächlich die häufigsten sprachlichen Schwierigkeiten, die Kinder zeigen (In einer Studie wurden bei einer Gruppe vier- bis sechsjähriger Kinder 15,1 Prozent als sprachauffällig eingestuft. Dies teilte sich auf in 13,3 Prozent mit Ausspracheproblemen und 1,8 Prozent mit sonstigen Sprachauffälligkeiten). Die differenzierte Steuerung der Sprechmuskulatur muss erst einmal koordiniert werden. Dabei wissen viele durchaus schon um die richtige Aussprache, können diese aber noch nicht bewältigen. Ich hörte einmal einer Erzieherin zu, die ein Kind, das noch gar keine Zischlaute bewältigen konnte, liebevoll in ihrer eigenen Aussprache aufforderte, sie solle doch bitte noch ihre „Nocken“ anziehen. Empört antwortete diese: „Das ist doch keine Nocke! Das ist eine NOCKE!“ Sie konnte Nocken sehr klar von Socken unterscheiden, nur eben noch nicht richtig aussprechen.

Kinder können hierbei Schwierigkeiten bei der Lautbildung (Phonetik), also der Artikulation an sich, oder der Lautverwendung, also der phonologischen Wahrnehmung zeigen. Welche der beiden Ursachen zutrifft – oder sogar beide – ist das, was unter anderem im Laufe einer logopädischen Diagnostik herausgefunden werden muss.

Aussprachestörungen

Barbara Dodd erforschte Aussprachestörungen in Newcastle in Großbritannien und konnte anhand ihrer internationalen Studenten beweisen, dass auf der ganzen Welt ein sprachenunabhängiges Klassifikationsmodell von Aussprachestörungen formuliert werden kann. Annette Fox-Boyer wendete diese Forschung auf die deutsche Sprache an. Als ich vor zwanzig Jahren meine Ausbildung als Logopädin beendete, wurde noch grob zwischen „Dyslalien“ unterschieden, die entweder universell (es sind so viele Laute betroffen, dass das Kind unmöglich zu verstehen ist), multipel (es sind viele Laute betroffen, aber Mama kann es verstehen) oder partiell (bissig: sogar Papa kann es verstehen) sein konnten.

Durch Fox-Boyers Studien seit 1999 wird im Bereich der phonologischen Auffälligkeiten nun zwischen einer verzögerten Entwicklung, einer konsequenten oder inkonsequenten phonologischen Störung unterschieden.

Vorab ein paar Definitionen. Ein Phonem (Laut) ist eine bedeutungstragende sprachliche Einheit, die sich nicht weiter in bedeutungsunterscheidende Einheiten zerlegen lässt. Es kann (phonetische) Varianten bilden, die zum Teil auch dialektal sind (Zungenspitzen- oder Zäpfchen-/r/, korrektes oder gelispeltes /s/). Spreche ich in meiner Muttersprache Friesisch, nenne ich meinen Namen mit einem vorn gebildeten /r/, spreche ich jedoch deutsch, verwende ich eigentlich automatisch das hinten gebildete /r/. Wenn ich es verwechseln sollte, würde das wahrscheinlich niemand wirklich bemerken. Der Inhalt der Aussage bleibt erhalten, egal, für welche dieser Varianten ich mich entscheide. Das Wort an sich wird nicht verändert.

Weicht die Aussprache jedoch phonologisch ab, dann wird entweder die Wortstruktur verändert oder Laute durch andere ersetzt. Wenn ein Kind kein /k/ sprechen kann, wird es dieses häufig durch ein /t/ ersetzen. So kann es nicht nach der „Kasse“ fragen, sondern sagt „Tasse“. Der Inhalt verändert sich – und der Zuhörer landet somit statt im Einkaufsladen plötzlich in der Puppenküche. Eine solche Abweichung von der regelhaften Aussprache wird „phonologischer Prozess“ genannt. In diesem Fall hat das Kind die Aussprache des /k/ (das mit dem Zungenrücken artikuliert wird) zum /t/ vorverlagert, das mit der Zungenspitze lautiert wird – ein Prozess, den viele Kinder im physiologischen Lautspracherwerb zeigen. Mit 3;0 Jahren haben die meisten Kinder diesen Prozess überwunden und können ein /k/ sprechen. Fox-Boyer hat für den Phonemerwerb einsprachig deutscher Kinder folgende Erwerbszeiträume dokumentiert:

Britta Weinbrandt - Praxis für Logopädie - Phonemerwerb im Deutschen

Als erworben gilt ein Phonem, wenn es von 90 Prozent der Kinder einer Altersgruppe in mindestens zwei von drei Fällen korrekt ausgesprochen wird.

Phonetische Störungen/Artikulationsstörungen

Von phonetischen Störungen/Artikulationsstörungen (am bekanntesten ist das Lispeln) sind ca. 5 bis 10 Prozent der ausspracheauffälligen Kinder betroffen. Die Zunge kann bei der multiplen Interdentalität beim Sprechen zwischen den Zahnreihen herausgucken. Dies betrifft alle Laute der 2. Artikulationszone, die hinter dem Zahndamm gebildet werden, wie /l, n, d, t, stimmhaftes und stimmloses s, ts/. Ebenso zählen dazu seitliche Bewegungen der Zunge, die sogenannte Lateralisation, die bei /sch, stimmhaftem und stimmlosem s, ts/ beobachtet wird.

Es muss gefragt werden, ob eine Störung der Mundmotorik vorliegt oder ob das Kind sich eventuell eine falsche Lautproduktionsstelle angewöhnt hat, was auch durch Imitation geschehen kann. Ein solches Phänomen  tritt manchmal auf, wenn ein neues Kind zuzieht, auf das die Liebe fällt, und das diese Angewohnheit zeigt. Das wird dann leicht mal nachgeahmt, damit man auch so cool ist!  Solche Kinder profitieren von der Förderung der Verbesserung der Wahrnehmung und Koordination im Mundraum und allgemein von der Förderung der Mundmotorik.

In meinem Artikel über Mundmotorik stelle ich ein paar Ideen vor, wie die Zungenfertigkeit spielerisch gefördert werden kann.

Phonologische Entwicklungsverzögerung

Die verzögerte phonologische Entwicklung betrifft etwa 50 Prozent der auffälligen Kinder. Sie haben weder mundmotorische Probleme noch Defizite in der phonologischen Bewusstheit. Sie zeigen ausschließlich physiologische phonologische Prozesse, ersetzen jedoch weiterhin Laute, die ihre Altersgenossen zu einem früheren Zeitpunkt bereits erworben haben. Bei ihnen muss man den Grund für die Entwicklungsbremse herausfinden. Sie profitieren jedoch sehr von Hörwahrnehmungsübungen.

Es passiert tatsächlich immer wieder, wenn ich z.B. nach der Diagnostikstunde einem fünfjährigen Kind, das kein /sch/ spricht, erklärt habe, dass es ein „Schlangengeräusch“ macht, wo andere ein „Lokgeräusch“ produzieren, und ich dann Schlange und Lok heraushole und den Unterschied erkläre, dass dann bereits der Knoten platzt. Es ist dann so, als müsste die Wahrnehmung für den Unterschied beider Laute erst angekurbelt werden und beide hätten sich für das Kind vorher gleich angehört. Manchmal kommen diese Kinder bereits in der nächsten Woche wieder und haben das /sch/ spontan umgesetzt. Das ist aber leider nicht die Regel, und viele brauchen deutlich länger dafür.

Annette Fox-Boyer fand in ihren Studien folgende phonologische Prozesse, die demnach physiologisch sind, also altersgemäß zu erwarten:

Britta Weinbrandt - Faszination Aussprache - Über sprachliche Entwicklung

Kinder, die über die angegebenen Zeitpunkte hinaus die geschilderten Prozesse zeigen, entwickeln sich immer noch physiologisch, sie sind jedoch phonologisch verzögert. Erst wenn ALLE Frikative vom Prozess der Plosivierung betroffen wären oder ALLE unbetonten Silben weggelassen würden, dann wäre es nicht mehr physiologisch sondern behandlungswürdig. Viele dieser nur entwicklungsverzögerten Kinder werden von einer Sprachförderung im Kindergarten gut erreicht. Eine Verzögerung von mehr als sechs Monaten gilt allerdings auch hier als signifikant und sollte ärztlich untersucht und logopädisch behandelt werden.

Konsequente phonologische Störung

Es gibt jedoch phonologische Prozesse, die in keiner physiologischen Ausspracheentwicklung vorkommen. Kinder mit einer konsequenten phonologischen Störung zeigen eine Phonologie, die in in mindestens einem Laut unphysiologisch, also sozusagen pathologisch ist. Solche nicht im regelrechten Phonologieerwerb beobachtbaren phonologischen Lautersetzungsprozesse sind z.B.:

  • Vokalveränderungen (Banane→ Bonane) (Veränderte Vokale sind ein generelles Warnzeichen, denn sie deuten sehr häufig auf eine Hörstörung hin)
  • Tilgung betonter Silben (Kanne → Ne)
  • Rückverlagerungen (sind nur bei /sch/ → /ch1/ („ich“) Tisch → Tich physiologisch) (häufig beobachtete pathologische phonologische Rückverlagerungsprozesse sind Tanne → Kanne, Trecker → Krecker, Fisch → Sisch, Ball → Baj, Teller → Tejer)
  • Anlautprozess: Tilgung von Konsonanten am Wort-/Silbenanfang (Kanne → Anne)
  • Silbenverdopplung (Die erste betonte Silbe wird vollständig wiederholt und dadurch wird das Wortende ersetzt: Teller → Tette, Ball →Baba)
  • Ersetzungen durch /h/ sind nur bei /r/ physiologisch (Schule → Hule)
  • Ersetzungen mehrerer Lautgruppen am Wortanfang durch /d/ (hier ist nicht die alleinige Vorverlagerung von /g/ wie in „dedangen“ gemeint, welches für sich genommen physiologisch wäre)
  • Reihenfolgenvertauschungen (Gabel → Bale)
  • Hinzufügungen von Vokalen und Konsonanten (Telefon → Telefron, blau → belau)

Störungen dieser Art zeigen ca. 20 bis 30 Prozent der ausspracheauffälligen Kinder. Wenn mir also ein solcher Prozess bei einem Kind geschildert wird, kann ich zumindest darum bitten, dass die Eltern es beim Kinderarzt oder HNO-Arzt vorstellig werden lassen.

Nie werde ich das Mädchen vergessen, das über ihre Schwester sagte, sie „i‘ au‘ ‚on ein ‚orul’in‘ – ist auch schon ein Vorschulkind“. Das ist dann wirklich keine Zauberei zu erkennen, dass hier der Ausspracherwerb therapeutisch unterstützt werden sollte.

Sehr häufig sind die Betroffenen im Alter von 2 Jahren erstmals als „Late Talker“ aufgefallen. Man hat herausgefunden, dass Kinder, die mit 24 Monaten noch keinen Wortschatz von über 50 Wörtern entwickelt haben und auch noch nicht beginnen, zwei Wörter miteinander zu kombinieren, gegenüber sich unauffällig entwickelnden Kindern ein 20-fach erhöhtes Risiko tragen, eine Sprachstörung zu entwickeln. Die Störungsursache liegt am phonologischen Erkennen und mangelnder Speicherung von Lautmaterial. Sie tragen gleichfalls das Risiko, später eine Lese-Rechtschreibschwäche auszubilden. 60 bis 70 Prozent dieser Kinder haben Legastheniker in der Verwandtschaft und zeigen demnach eine genetische Disposition. Als Vorschulkinder profitieren sie deutlich von Hörwahrnehmungsübungen.

Ich habe in einem weiteren Artikel weitere Informationen und eine umfangreiche Übungssammlung zur Förderung der phonologischen Bewusstheit gesammelt. Durch eine alleinige Sprachförderung im Kindergarten werden Kinder mit einer konsequenten phonologischen Störung ihre massiven Sprachverarbeitungsprobleme jedoch kaum überwinden können und benötigen dringend eine logopädische Therapie. Bei ihnen sind die Grenzen der Möglichkeiten von Sprachförderung im Kindergarten schnell erreicht.

Inkonsequente phonologische Störung

Bei der inkonsequenten phonologischen Störung treten physiologische und pathologische Lautveränderungsprozesse nebeneinander auf. Diese Gruppe macht zum Glück nur ca. 3 bis 5 Prozent der ausspracheauffälligen Kinder aus und ist damit eher selten. Häufig durchlebten die Betroffenen auffällige Schwangerschaften und Geburten, eventuell liegt eine minimale Hirnstörung vor. Die Störung liegt hier auf der Ebene des motorischen Programmierens. Die Kinder sprechen das gleiche Wort mehrfach verschieden aus. Innerhalb eines Benenntests werden von 25 Wörtern mindestens 40 Prozent inkonsequent ausgesprochen. So kann z.B. bei dreimaligem Benennen das Krokodil einmal richtig, einmal als Totodil und einmal als Kokodil bezeichnet werden, oder Wasser als Hatter, Waffer und sogar Laller. Frosch kann Fos, Rosch, Frot oder Fros werden. Es wird deutlich, dass das Kind noch kein System erworben hat, nach dem es phonologisch vorgeht. Dazu kommt meist ein äußerst eingeschränktes Arbeitsgedächtnis. Gleichzeitig haben diese Kinder häufig ein starkes Störungsbewusstsein. Sie sollten frühzeitig umfassend untersucht werden und Hilfe in Form von vielfältig möglichen Therapien erhalten.

Ein paar Worte zum Abschluss

Mir geht es nun nicht darum, den Leser zu einer eigenen Diagnostik bei seinen Kindern anzuregen. Ich weiß selbst, wie kompliziert das ist. Unter anderem die Tatsache, dass nach den Erkenntnissen von Dodd und Fox-Boyer sich die ganze Nomenklatur und auch die therapeutische Vorgehensweise änderte, führte dazu, dass ich mich nur 12 Jahre nach der Ausbildung für den Studiengang „Angewandte Therapiewissenschaft: Logopädie“ entschied. Dort hatte ich das große Glück, von Annette Fox-Boyer als Studiengangsleitung und Dozentin  direkt lernen zu können. Inzwischen fällt es mir nach jahrelanger Einarbeitung natürlich leicht. Aber es braucht eben diese Einarbeitung.

Ich möchte an dieser Stelle lediglich dafür sensibilisieren, dass Ausspracheprobleme bei Kindern unter Umständen sehr starke Auswirkungen auf den Erfolg im Schrifterwerb und die spätere Schullaufbahn haben können, und dass man diese ernst nehmen sollte. Manchmal sind Kinder im Bereich der phonologischen Bewusstheit weiterhin betroffen, selbst wenn sie inzwischen unauffällig sprechen gelernt haben.

Da man als Nichtlogopäde Kindern normalerweise nicht einfach anhört, um welche Art der Ausspracheproblematik oder Störung der phonologischen Bewusstheit es sich handelt, wenn sie Laute miteinander ersetzen (oder eben auch nicht mehr), ist es besonders wichtig, sich Rat und Hilfe zu suchen. Ich rate insbesondere dazu, wenn beim Kind Frustrationen auftreten, weil es nicht verstanden wird. Hier gilt: Je früher, desto besser. Die gute Nachricht ist: Je nach Studie sind nur 6 bis 15 Prozent der Kinder einer Altersgruppe überhaupt von Sprachentwicklungsstörungen betroffen!

Spaß verbreiten mit mundmotorischen Übungen für Kinder

Die Zungengeschichte von der Maus

Wenn es eine Sache gibt, die ich in meinen Kita-Seminaren als „Renner“ bezeichnen könnte, dann ist es meine Mundmotorikgeschichte. Ich führe sie meistens vor, wenn es um das Thema Sprachförderung (aber auch um Stimmprävention) geht. Wie mir zurückgemeldet wird, ist sie ist zum beliebten Spiel im Morgenkreis geworden.

Mundmotorische Übungen sind inzwischen selbst unter Logopäden umstritten. Ihre Wirksamkeit ist offenbar noch nicht in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen worden. Bei den meisten Ausspracheauffällgkeiten handelt es sich um phonologische Hörwahrnehmungsprobleme, sodass die Kinder von differenzierenden Lautwahrnehmungsübungen profitieren. In meinem Artikel „Faszination Aussprache“ habe ich ausführlich darüber geschrieben.

Mundmotorische Übungen werden also eher bei Kindern mit phonetischen Störungen eingesetzt, also den klassischen Artikulationsstörungen, bei denen die Zunge etwas anderes macht, als sie soll. Lispeln zum Beispiel. Es hilft auch bei bei Störungen des orofacialen Gleichgewichtes, also eines Ungleichgewichtes in der Gesichtsmuskulatur, weil hier gleichzeitig die Förderung der sensorischen Wahrnehmung, die Förderung der Koordination im Mundraum sowie die Förderung der Muskelfunktionen von Lippen, Zunge, Wangen- und Kaumuskulatur und dem Gaumensegel angesprochen werden.

Ich halte es so damit: Zungenspiele machen Spaß, also biete ich sie an und verschenke sie an meine Patientenkinder als Spiele im Hausaufgabenordner. Nebenbei benutze ich sie, um mir einmal die Situation beim einzelnen Kind entspannt anzugucken. Für mich gehört das Erzählen dieser Geschichte also zu meiner persönlichen Diagnostikroutine.

Laut Wolfgang Wendlandts Klassiker „Sprachstörungen im Kindesalter“ sollte ein Kind bereits am Ende des ersten Lebensjahres in der Lage sein, den Mund überwiegend geschlossen zu halten, seinen Speichel hinunterzuschlucken und den Löffel mit Zunge und Lippen abzulecken.

Die Realität sieht sehr oft anders aus.

Und es handelt sich hier durchaus nicht um eine Luxusangebot. Dies kann ich verdeutlichen, indem ich mir angucke, was denn eigentlich eine der Folgeauswirkungen einer nicht gut ausgereiften Mundmotorik ist:

Die Mundatmung.

Struck und Mols beschreiben in „Atem-Spiele“, was passieren kann, wenn ein Kind nicht lernt, durch die Nase zu atmen.

Da es zu Haltungsschäden durch die vernachlässigte oder behinderte Übung der Atemmuskulatur kommt, kann es zu Fehlformen der Wirbelsäule führen. Das habe ich in meiner Praxis schon gesehen.

Der Lymphfluss wird durch mangelnde Nasenbenutzung und pathologisches Schluckmuster nicht genügend angeregt, deswegen kommt es zu Lymphstau im Gesichtsbereich – was dann dazu führt, dass die Kinder durch ihre eingeschränkte Mimik etwas verlangsamt wirken und automatisch in die falschen Schubladen gesteckt werden.

Bedingt durch mangelnde Belüftung der Verbindung zum Mittelohr sammelt sich Schleim im Mittelohr, was wiederum die Hörfähigkeit einschränkt – und das ist bekanntlich der Killer jeglicher Sprachentwicklung und das erste, das bei jedem auffälligen Kind ausgeschlossen werden muss.

Unsere Atmung hat noch dazu die ganz wichtige Funktion, die Organtätigkeit anzuregen, und so kann es durch die verminderte Zwerchfelltätigkeit zu Darmträgheit und einem Blähbauch kommen, wenn diese massierende Wirkung auf Magen und Darm entfällt. Ein weiterer Faktor kann sein, dass zu wenig Kauarbeit geleistet wird und die Nahrung nicht genügend zerkleinert wird.

Es geht noch weiter.

Flache Atemweise führt zu Luftnot beim Sprechen und Singen, sodass stimmliche Fehlfunktionen entstehen und Stimmprobleme auftreten können. Dabei entsteht eine mangelnde Sauerstoffversorgung des Organismus, was Konzentrationsstörungen auslöst.

Schon überzeugt?

Es gibt schon ganz einfache Pusteübungen und Saugübungen. Die Arbeit mit Kindern darf sich für die Kinder nie wie Arbeit anfühlen. Ich verpacke also das meiste in Spiele – und kann nach über zwei Jahrzehnten inzwischen jedes Spiel irgendwie sinnvoll zum Erreichen eines Therapieziels umfunktionieren. Dabei bin ich ein großer Fan davon, bereits bestehendes Material zu verwenden.

So ist mein Artikel über die von mir zusammengetragenen Einsatzmöglichkeiten des Kinder Memory zur Förderung der Vorläuferfähigkeiten des Lese-Rechtschreiberwerbs mein bislang erfolgreichster Artikel gewesen.

Zur Förderung der mundmotorischen Fähigkeiten ist eine ganz beliebte Methode das Ansaugen von Gegenständen mit dem Strohhalm. Es dient nicht weniger als der Tonisierung und Kräftigung der Wangen-, Lippen- und Zungenmuskulatur, der Stärkung des Gaumensegels und der Aktivierung des Zwerchfells. Das empfohlene Mindestalter liegt hier bei vier Jahren.

Auch gilt es, dabei ein paar klitzekleine Regeln einzuhalten. Thoenes beschreibt in „Mundmotorik-Training rund ums Jahr“, wie wichtig es zum Beispiel ist, dass der Strohhalm sich in der Mitte der Lippen befindet, dass der Strohhalm mit den Lippen und nicht den Zähnen gehalten wird, dass das Kind eine lockere Lippenspannung aufweist, dass auf eine ökonomische Atmung geachtet wird, um Hyperventilation zu vermeiden, dass eine möglichst aufrechte Körperhaltung eingehalten wird, um die Atmung nicht zu beeinträchtigen.

Noch Fragen?

Wenn nicht: Schnappt euch euer Quips oder Colorama oder andere Spiele, die mit dem Einsetzen von Formen zu tun haben – und saugt sie, anstatt die Hände zu nehmen, einfach mal mit dem Strohhalm an. Viel Spaß!

Aber ich hatte versprochen, mich zu trauen, meine Mausgeschichte vorzumachen. Ich bin stolz, offenbar nur einen Punkt vergessen zu haben – das ist live. Findet jemand die fehlende Übung?

Hier ist sie nun:

Die Geschichte von der Maus

Es ist morgens, 7 Uhr. Unsere Maus hat verschlafen. Hier schläft sie:
(Zunge liegt auf dem Schlafplatz am Gaumen hinter dem Zahndamm)

Plötzlich wacht sie auf. Sie läuft zum Fenster und gähnt erst einmal

(Offener Mund)

und schaut rechts und links heraus.

(Zunge rechts/links aus dem Mund)

Doch weil sie nicht genug sehen kann, steigt sie auf das Balkongeländer und läuft dort hin und her,

(Zunge leckt Unterlippe ab)

um zu sehen, was draußen passiert. Weil das Wetter so schön ist, flitzt sie vor lauter Freude noch einmal um den Fensterrahmen herum – Und noch einmal anderen Weg herum!

(Oberlippe in beide Richtungen ablecken)

Da bekommt die Maus Lust, einen Spaziergang zu machen. Sie läuft ganz schnell aus dem Haus.

(Zunge gerade herausstrecken)

Doch kaum ist sie draußen, fällt ihr auf, dass sie ihre Sonnenbrille vergessen hat. Sie fährt mit dem Fahrstuhl wieder hoch, aber der spinnt.

(Lifteln: Zunge im Mund jeweils hinter den Schneidezähnen rauf und runter)

Endlich ist sie im zweiten Stock, Sonnenbrille holen.

(Zunge zur Nase)

Dann holt sie sich noch aus dem Keller etwas zu trinken.

(Zunge ans Kinn)

Sie wirft die Tür zu und – oh nein! Jetzt hat sie sich die Pfote eingeklemmt!

(vorsichtig auf die Zunge „beißen“)

Tat aber nicht weh! Die Maus kommt auf ihrem Spaziergang zuerst zum Spielplatz. Dort steigt sie auf die Wippe

(Zunge raus, rauf und runter)

und fährt Karussell.

(Lippen mit der Zunge umfahren)

Und weil es so schön war, nochmal anderen Weg herum!

(Lippen mit der Zunge anders herum umfahren)

Dann macht sie noch vor lauter Freude einen Handstand.

(Zunge an den Gaumen hinter den Zahndamm)

Die Maus geht weiter und trifft unterwegs eine andere Maus. Die beiden lächeln sich an.

(Lippen breitziehen)

„Hallo, willst du nicht mit mir spazieren gehen?“ Doch die andere Maus hat ein Gipsbein und kann nicht gut gehen. Sie humpelt nur.

(Schnalzen)

Die beiden winken sich zum Abschied nochmal zu.


(Zunge rausstrecken und schnell hin und her bewegen)

So geht unsere kleine Maus allein weiter. Sie klettert auf einen Berg


(Zunge an die Nase)

und taucht im Bach nach Fischen.

(Zunge ans Kinn)

Dort plappert sie ein wenig mit ihrem Kumpel, dem Karpfen


(Fischmaul auf und zu)

und ihrer Freundin, der Ente.

(Wangen einziehen, vorgestülpte Lippen auf und zu)

Als sie wieder rausklettert, wartet da schon eine Katze und faucht sie an.

(Fauchen)

Unsere Maus pfeift vor lauter Angst.

(Pfeifen)

Dann fasst sie allen Mut zusammen

(Bäh! – Zunge raus)

und beschließt, sich zu retten, und zwar so:

(Lippenflattern)

Danach will sie nur noch nach Hause und macht sich wieder auf den Heimweg. Unterwegs muss sie noch durch einen Tunnel.

(Lippen nach vorn stülpen)

Achtung, da kommt ein Zug!

(SCH SCH SCH)

Zu Hause angekommen, hat sie dann großen Hunger und isst sich ganz rund und dick.

(Achtung schwer: Zungenspitze abwechselnd breit und spitz machen)

Ein Nachtisch passt auch noch rein.

(Wangen aufblasen)

Jetzt erst einmal Zähne putzen.

(Mit der Zunge rundherum die Zähne ablecken, Richtungswechsel)

Danach sucht sie sich ein schönes Schlafplätzchen

(Zunge in rechte und linke Wangentasche)

und deckt sich gemütlich zu.

(Lippen einziehen über die Zähne – „Opamund“

Sie erinnert sich daran, wie aufregend ihr Tag war und bricht in ein Freudengeheul aus.

(Zunge bewegt sich zwischen den Lippen auf und ab, „bdlbdlbdl“)

Dann legt sich wieder hin zum Schlafen. Gute Nacht, Maus!

(Zunge liegt oben am Schlafplatz hinter dem Zahndamm)

Zum ersten mal ist mir eine sehr kurze Version dieser Geschichte bei Urike Franke in „Artikulationstherapie bei Vorschulkindern“ begegnet. Und da ich wiederum sehr vielen kreativen pädagogischen Fachkräften und phantasievollen Kindern begegne, wächst die Geschichte eigentlich immer noch weiter. Ich danke!

Wer mir also noch gern eine Erweiterung schenken möchte, oder die Geschichte für den Einsatz mit eigenen Kindern als pdf-Datei erhalten möchte (denn es geht natürlich nicht darum, mein Video zu zeigen, sondern es selbst zu machen!!!), nutze bitte unkompliziert mein Kontaktformular.

Viel Spaß beim Nachmachen!

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    Informationen über hochbegabte Kinder und Underachiever

    Kindern mit besonderen Begabungen oder hochbegabten Kindern werden häufig besondere Eigenschaften zugeschrieben, wie zum Beispiel ein ungewöhnlicher großer Wortschatz, ein eigenmotivierter früher Schriftspracherwerb und zu wenig Schlaf.

    Auch, wenn es unzählige Erscheinungsformen von Hochbegabung gibt, kann die Beschäftigung mit diesen typischen Eigenschaften einen ersten Hinweis geben, wenn der Verdacht besteht, dass ein Kind sich anders entwickelt als seine Altersgenossen. Zum Einstieg in das Thema gibt es diverse Checklisten, beispielsweise diese von der Psychologischen Praxis Beratrain. Hanna Vock nennt passend dazu in ihrem Handbuch Hochbegabtenförderung in Kindertagesstätten anschauliche Beispiele von Kindern.

    Es gibt es bundesweit zur Zeit ca. 250.000 hochbegabte Schulkinder. 69 Prozent aller Hochbegabten zeigen sich „sozial unauffällig“. Im Umkehrschluss wären somit 31 Prozent in irgendeiner Art auffällig. Die Gruppe der Kinder, deren vorhandenes Potenzial sich nicht automatisch in Leistung umsetzt, wird auf zwölf Prozent der Hochbegabten geschätzt. Dieses Phänomen wird auch als Underachievement bezeichnet (erwartungswidrig schlechte (Schul)leistung). Bei Underachievern besteht eine Diskrepanz zwischen dem hohen geistigen Potenzial und der gezeigten Schulleistung. Sie werden allgemein und insbesondere von Lehrkräften selten in ihrer Begabung erkannt. Die Geschlechterverteilung wird mit mindestens 2:1 Jungen:Mädchen angegeben. Unterschiedliche Begabungskonstellationen sind höchst individuell zu betrachten. Entwicklungsprozesse und Veränderungen sind durch neue Impulse und Modifikationen möglich. Eine umfangreiche Diagnostik ist nötig, um entsprechend fördern zu können.

    Britta Weinbrandts Bachelorarbeit zu Elternberatung von hochbegabten Kindern - Intelligenzkurve

    Die Messung eines Intelligenzquotienten von mindestens 130 in einem Intelligenztest ist das am häufigsten verwendete Hochbegabungskriterium und die präferierte Möglichkeit, Hochbegabung zu diagnostizieren. Statistisch betrachtet entspricht dies circa zwei Prozent der Gesamtbevölkerung. Bei diesem Kriterium wird von einer nachgewiesenen allgemeinen geistigen Disposition ausgegangen, die über ein Talent in einem spezifischen Bereich hinausgeht. Eltern, die eine besondere Begabung bei ihrem Kind vermuten, sollten im Falle von auftretenden Schwierigkeiten eine Intelligenztestung anstreben, z.B. in einer psychologischen Praxis, sozialpädiatrischen Zentren oder Erziehungsberatungsstellen. Bereits eine erfolgte Diagnose ermöglicht die Sicht und Einstellung der Angehörigen auf ihre Kinder zum Positiven zu verändern.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hochbegabung nicht mehr nur in Bezug auf Leistung, sondern als individuell angelegtes besonderes Potenzial gesehen wird, das es durch Schaffen passender Umweltbedingungen herauszufordern gilt.


    Hochbegabte Kinder unterscheiden sich erst einmal nicht von anderen. Die Hochbegabung kann jedoch als Schutzfaktor gegen negative Entwicklungen gelten. Allerdings gibt es besondere Risikogruppen. Dazu zählen hochbegabte Mädchen, verhaltensauffällige Kinder, Migrantenkinder und Underachiever. Darüber hinaus können auch bei Hochbegabten Teilleistungsstörungen oder Behinderungen auftreten. Wenn diese Kinder keine Leistung zeigen, ist die Gefahr groß, dass sie gar nicht erst als hochbegabt erkannt werden. Die drei am häufigsten genannten Schwierigkeiten, die mit einer Hochbegabung einhergehen können, sind eine spezifische Lernbehinderung, ADHS und Autismus.

    Mögliche Problembereiche hochbegabter Kinder

    Die folgende, von mir um ein paar Punkte erweiterte Liste ist einer Studie von Anna J. Wittmann entnommen, die die Beratungsbedarfe von Eltern untersucht hat, die sich an die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind gewendet haben. 

    Britta Weinbrandt - Bachelorarbeit zu Elternberatung von hochbegabten Kindern - Problembereiche hochbegabter Kinder

    Im Bereich Anforderung und Leistung nimmt das Underachievement die wichtigste Rolle ein. Es unterliegt einem sehr individuellen Bedingungsgefüge. Bereits schulische Unterforderung kann mit einhergehender Langeweile und Verlust der Lernmotivation ursächlich für Lernschwierigkeiten sein. Viele hochbegabte Kinder verfügen zudem über nur mangelnde Lern- und Arbeitstechniken, da ihnen aufgrund hoher Auffassungsgabe Lerninhalte häufig in der Grundschule noch zufliegen und sie erst in späteren Klassen feststellen, dass sie keine Strategien erworben haben. Bei höherer Komplexität kommt es schließlich zu Defiziten, die in einer Verschlechterung der Schulleistungen münden. Ausgeprägte Vermeidungs- und Verweigerungsstrategien können die Folge sein. Diese Entwicklung kann in Teufelskreise führen: Wenn Underachiever aufgrund geringer Anstrengung schlechte Noten erhalten, sinkt ihr Selbstwertgefühl. Gute Noten werden von ihnen als Glück betrachtet und nicht als Belohnung eigener Leistung, was bedeutet, dass die Kinder keine Selbstbestätigung erhalten.

    Auch der besondere Perfektionismus dieser Kinder kann, gepaart mit hohem Selbstanspruch, Angst vor Fehlern, geringer Übungsbereitschaft und geringer Frustrationstoleranz, zum Problem werden. Sie können so genaue Vorstellungen von den Werken haben, die sie planen, dass sie beispielsweise beim ersten Scherenschnitt oder Pinselstrich aufgeben und nie wieder einen zweiten Versuch starten, weil sie nicht ihren eigenen Ansprüchen genügen. So fühlen sie sich zunehmend den Anforderungen nicht gewachsen. Aufgrund der entstehenden Prüfungsangst erhalten sie wiederum schlechte Noten. Das Selbstwertgefühl der Underachiever sinkt weiter und ein neuer Teufelskreis beginnt. Die Kinder werden unzufrieden und halten sich für unbeliebt. Durch die emotionalen Probleme sinkt die Impulskontrolle und sie zeigen abweisendes und aggressives Verhalten, ebenso kann es auch zu geistesabwesendem, aufsässigem, angepasstem oder ignorantem Verhalten Unterforderter kommen. Verhaltensauffälligkeiten lassen wiederum die soziale Anerkennung sinken, wodurch das Selbstwertgefühl weiter beeinträchtigt wird. Der Teufelkreislauf beginnt erneut.

    Britta Weinbrandt - Bachelorarbeit zu Elternberatung hochbegabter Kinder - Teufelkreis Underachievement

    Für den Bereich Logopädie ist die Tatsache wichtig, dass die doppelt außergewöhnlichen Kinder ausgeprägte Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) haben können. Diese treten bei fünf bis zehn Prozent aller Schulkinder auf, wobei die Fertigkeiten gemessen an Alter, Intelligenz und Beschulung deutlich unter der zu erwartenden Leistung liegen. Hochbegabte denken häufig zu schnell, so dass die Feinmotorik der Hand nicht nachkommen kann. Ihre Fehler zudem häufig „durchdachter“ als die anderer Kinder. So können sie bei Anwendung der häufig vermittelten Regel, dass Anfassbares groß geschrieben werde, das Wort „Ofen“ im Winter als „ofen“ schreiben – denn dann ist das Anfassen ja gefährlich. Die Schwierigkeiten können sich bis zu einer generellen Schreibverweigerung auswachsen, was wiederum in die oben dargestellten Teufelskreise führen kann. Darüber hinaus werden Anpassungsleistungen hochbegabter Kinder beschrieben, die bis zur Umstellung der angeborenen Händigkeit gehen und trotz Begabung zu ausgeprägten Lernstörungen führen können.

    Die Probleme im zwischenmenschlichen Bereich können daraus entstehen, dass hochbegabte Kinder aufgrund ihrer Andersartigkeit einem erheblichen Spannungsfeld ausgesetzt sind. Oftmals können sie wegen Interessensunterschieden und Entwicklungsvorsprüngen mit Altersgenossen keine angemessenen Freundschaften eingehen. Isolation kann die Folge sein. Auch wird, wer anders ist, leicht zum Opfer. Daher ist Mobbing ein Thema, das bei hochbegabten Kindern behutsam beobachtet werden sollte. Hierbei kommen die hochbegabten Kinder nicht nur als Opfer, sondern auch als mögliche Täter in Frage. Denn wenn sie beispielsweise in nicht fruchtenden Anpassungsversuchen eigene Wünsche unterdrücken, so dass sich psychosomatische Symptome entwickeln, die schließlich in einen Rückzug führen, können sich depressive Symptome dann so verstärken, dass die Kinder schließlich rebellieren. Aggressivität ist somit als Ausdruck einer Enttäuschungsspirale erklärbar. Solche negativen Verhaltensweisen stellen jedoch für nicht geförderte Hochbegabte auch einen stimulierenden Zeitvertreib dar.

    Auch Konflikte in der Familie treten auf, und dies nicht nur im Falle einer negativen Entwicklung. Ständige Fragen, Kritik und Hinterfragen der Eltern durch ihre hochbegabten Kinder sowie deren hoher Anspruch auf Individualität und Selbständigkeit können bereits zu beachtlichen Auseinandersetzungen in den Familien führen. Eltern müssen die häufig asynchrone Entwicklung verstehen lernen und beispielsweise mit dem hohen Energielevel ihrer Kinder zurechtkommen. Ein hochbegabtes Kind kann auch in der elterlichen Beziehung Probleme bereiten.  Auch von Nachbarschaftsproblemen wird berichtet. Für die Kinder besteht eine weitere Belastung durch Etikettierung, beispielsweise als „notorischer Besserwisser“.

    Im Falle der verfehlten Leistungsmotivation kann es zu regelrechten Kämpfen um die Hausaufgaben kommen. In der Schule kann es durch unermüdliches Nachfragen, Unterrichtsstörung bis zum Clownverhalten oder Nebenbeschäftigungen bis hin zum Abschalten zu Konflikten mit Lehrern kommen.

    Im innerpsychischen Bereich erscheint die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) als maßgeblich, die bei bis zu 17,8 Prozent aller Kinder gestellt wird. Bei Hochbegabten ist ADHS jedoch umstritten. Einige Autoren halten die Diagnosestellung bei Hochbegabten für gerechtfertigt. Andere beschreiben gar die Behandlung von Kindern, die die Diagnosen Hochbegabung, Autismus und ADHS in sich vereinen. Viele jedoch erwähnen jedoch eine mögliche Überlappung der ADHS-Symptomatik mit bestimmten Charakteristika der Hochbegabung, die zu einer ADHS-Fehldiagnose führen können: Hochbegabte Kinder zeigen demnach Unaufmerksamkeit eher in nicht herausfordernden Lernsituationen, während „echte“ ADHS-Symptome typischerweise unabhängig von der Umgebung auftreten. Viele der ADHS-Kinder weisen eine höhere Kreativität auf.

    Viele Hochbegabte sind zudem von Hochsensitivität betroffen, sprich eine schnellere, tiefere und feinere Verarbeitung der Sinneswahrnehmung. Die Betroffenen haben deutlich niedrigere Reizschwellen und sind übererregbar. Somit besteht das Problem der Reizüberflutung. Hochbegabte Kinder erleben ihre Umwelt und ihre Gefühlsregungen potenziert und weisen gleichzeitig eine geringere emotionale Stabilität auf.  Häufig wird jedoch übersehen, dass die emotionale Reife altersgemäß sein kann, jedoch in ihrer Diskrepanz zur kognitiven Entwicklung dazu unreif wirkt. Kinder schaffen es, sich woanders angepasst und ruhig verhalten, um dann zum Leidwesen ihrer Familien zu Hause die Spannung abzulassen. Mehr Informationen zu diesem Thema finden sich in meinem Blog über Hochsensitivität.

    Erhöhte nervliche Erregung, insbesondere wenn der Betreffende nicht weiß, woher diese nervliche Erregung kommt, kann zu erhöhter Unsicherheit und Ängstlichkeit führen. Angst ist immer geprägt durch einen körperlichen Anteil wie Herzklopfen und Schwitzen, einen gedanklichen, gefühlsmäßigen Anteil, beispielsweise der Vorstellung, sterben zu müssen, und einen Verhaltensanteil, zum Beispiel Flucht. Sie kann Kinder in ihrem Funktionieren äußerst beeinträchtigen und blockieren. Ebenso treten psychosomatische Beschwerden in Kombination mit vielen Störungsbildern auf. Spannungskopfschmerzen, Migräne, Bauchschmerzen bis hin zu Bettnässen und Tics werden daher häufig geschildert.

    Im schlimmsten Falle endet eine solch negative Entwicklung in Suizidalität. Die Kinder und Jugendlichen sehen keinen Ausweg mehr. Diese anschauliche Verdeutlichung möglicher Leidenswege hochbegabter Kinder stammt von Rahe:

    Britta Weinbrandt - Bachelorarbeit zur Elternberatung hochbegabter Kinder - Leidensweg hochbegabter Kinder nach Rahe

    Um eine solche Negativspirale zu verhindern, erscheint es außerordentlich wichtig, Entwicklungsauffälligkeiten jeglicher Art ernst zu nehmen und ihnen auf den Grund zu gehen.

    Hinweise zur Förderung hochbegabter Kinder

    Um im individuellen Fall einer positiven Entwicklung weiter förderlich sein zu können, gibt es eine Auswahl (therapeutischer) Hilfsmöglichkeiten und auch bestehender Hilfsorganisationen, an die man sich zwecks weiter führender Beratung und Intervention wenden kann:

    • Einen besonders wichtigen Schritt stellt die Anregung zur Ausübung eines selbst gewählten Hobbys dar, in dem die Kinder ihre Stärken spüren und positive Erfahrungen machen können. Hier kann es vorkommen, dass manche Kinder sich einen recht gefüllten Wochenplan aussuchen, andere verweigern sämtliche Angebot, die ihnen gemacht werden.
    • Jutta Billhardt vom Verein Hochbegabtenförderung riet hochbegabten Kindern generell aufgrund der häufig beobachteten motorischen und emotionalen Asynchronien zur Durchführung einer Ergotherapie. Diese gibt es in Gruppen- oder Einzeltherapien, die die Förderung der fein- und grobmotorischen Körper- und Bewegungsplanung und -Koordination zum Ziel haben. Auch hier kann die Entwicklung allgemeiner Arbeits- und Lerntechniken stattfinden, ebenso die Förderung der Kreativität im Sinne von Problemlösungsverhalten und Entwicklung von Anpassungsstrategien. Die Kinder können in eigenen Aufgaben zielbewusst auf ein (gemeinsames) Ergebnis oder Produkt hinarbeiten, Teamfähigkeit erwerben und Freundschaften schließen, um dadurch Selbstvertrauen und Handlungkompetenz zu erlangen. Unter Umständen, wenn beispielsweise starke motorische Unsicherheiten und ein angestrengtes Schriftbild beobachtet werden, empfiehlt sich eine Händigkeitsberatung.
    • Im Bereich der Physiotherapie bieten sich beispielsweise Psychomotorikkurse und die Förderung der sensorischen Integration an. Der Verlauf des neuromotorischen Aufrichtungsprozesses und eventuell vorhandene Ersatzmotorikmuster beziehungsweise persistierende frühkindliche Reflexe sollten abgeklärt werden. Ihre Therapie ist aus der Vojta-Therapie begründet. Auch die Durchführung einer Bobath-Therapie käme der Forderung von Billhardt um Unterstützung der motorischen Entwicklung entgegen.
    • Das Erlernen von Entspannungstechniken erscheint zum Abbau von Sekundärsymptomatiken sinnvoll.
    • Die Durchführung einer Gesprächspsychotherapie oder eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Intervention ist zum Beispiel in Fällen depressiver oder verhaltensauffälliger Entwicklung ebenfalls angebracht. Psychologische Hilfen können kind- oder familienzentriert angedacht werden.
    • Erziehungsberatungsstellen und Schulpsychologische Dienste stehen zur Verfügung. An den Kultusministerien der Länder gibt es Ansprechpartner und Beratungslehrer für die verschiedenen Schulformen. Weitere regionale Beratungsstellen finden sich, häufig an den lokalen Universitäten und Universitätskliniken. Und auch die beiden großen Elternverbände führen Beratungen durch: Der Hochbegabtenförderung e.V. bietet zudem spezielle Förderkurse für hochbegabte Kinder und die DGhK organisiert regionale Elterntreffen sowie bundesweite Familientreffen.
    • Es gibt spezielle Schulen, die sich auf die Hilfe hochbegabter Kinder spezialisiert haben. In Hamburg sind dies die Brecht-Schule, die hochleistende Kinder aufnimmt, und die OKO Private School Talent-Schule Hamburg, die sich in einem einzigartigen Konzept zusätzlich auch der Underachiever annimmt.
    • Generell erscheint es sinnvoll, Kontakt zu anderen Betroffenen aufzunehmen. Eltern werden entlastet, wenn sie im Austausch mit anderen erfahren, dass sie mit den Herausforderungen, mit denen sie durch die Andersartigkeit ihrer Kinder konfrontiert sind, nicht allein sind. Die Vorurteile, die einem mit hochbegabten Kindern begegnen können, sind nicht zu unterschätzen. Viele denken, dass Eltern sich für etwas Besseres halten oder dass sie ihre Kinder dressieren, Stichwort Tenniseltern oder Helikoptereltern.

    Insoo Kim Berg und Therese Steiner formulieren Vorannahmen darüber, was Eltern und Kinder sich im Umgang miteinander wünschen: Eltern wollen stolz auf ihr Kind sein und einen guten Einfluss auf ihr Kind haben, sie möchten positive Dinge über es hören und wissen, was ihr Kind gut kann. Sie wollen ihm eine gute Ausbildung und Erfolgschancen eröffnen und sehen, dass die Zukunft ihres Kindes gleich gut oder besser sein wird, als die ihrige war. Außerdem wünschen sie sich eine gute Beziehung zu ihrem Kind. Kinder wiederum möchten, dass ihre Eltern stolz auf sie sind, sie wollen ihre Eltern und andere Erwachsene erfreuen und akzeptierter Teil des sozialen Kontextes sein, in dem sie leben. Kinder wollen neue Dinge lernen, aktiv sein und an Aktivitäten anderer teilhaben, sie wünschen sich, dass sie ihre Meinungen und Entscheidungen artikulieren und eine Wahl treffen können, wenn sich ihnen die Gelegenheit dazu darbietet.

    Die tatsächliche Situation, in der hochbegabte und hochsensitive Eltern und Kinder sich befinden, führt jedoch dazu, dass sie von anderen sehr oft schräg angeguckt werden, da sie die Kinder sich vielfach unerwartet verhalten und in kein Raster gesteckt werden können. Viele Menschen sind nicht sensibilisiert für die Probleme, die hochbegabte Kinder erleiden können. Und im Kontakt mit anderen bleiben diese Ressentiments meist unausgesprochen, welches Begegnungen für die Eltern mitunter schwierig machen kann. Es ist insbesondere für Kinder eine furchtbare Erfahrung, Ablehnung zu erfahren, die sich auf das Wesen der Kinder an sich bezieht. Ich möchte an dieser Stelle gern ein Plädoyer über die Einzigartigkeit von Kindern halten und verdeutlichen, dass Kinder sich ihre Gedankenwelt nicht aussuchen können. Niemand entscheidet sich dafür, sich mit den Dingen zu beschäftigen, mit denen er sich beschäftigt, vor allem nicht als Sechsjähriger in der heutigen Welt. Kinder brauchen von uns Antworten, mit denen wir ihnen zeigen, dass wir sie ernst nehmen.

    Insbesondere Donata Elschenbroich hat sich mit ihrer Zusammenfassung des „Weltwissen der Siebenjährigen“ sehr eingehend damit beschäftigt und den Entwurf einer ersten Liste gewagt.

    Ich kenne unzählige Familien, die nur mit gleichermaßen Betroffenen überhaupt über das Thema reden können. Ich hatte daher aufgrund meiner eigenen Erfahrungen das Bedürfnis, mich mit Eltern, Angehörigen und pädagogischen Fachkräften sowie meinen Berufskollegen über unsere Erfahrungen auszutauschen, damit wir dem, was auf uns zukommen kann, bestmöglich begegnen können. So entstanden die Seminare „Hochbegabte Kinder – eine Herausforderung im pädagogischen Alltag“ und „Hochbegabte Kinder in der logopädischen Therapie“.

    Seit September 2017 biete ich zusätzlich über die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V. einen Gesprächskreis Hochbegabung und Hochsensitivität in Güster an, der sich monatlich trifft, zur Zeit online. Hier können nach dem Motto „Anders zu sein ist auch irgendwie normal… wenn man sich mit Anderen zusammentut!“ auf Wunsch der Teilnehmer verschiedenste Themen angesprochen werden, wie:

    • individueller praxis- und lösungsorientierter Austausch in lockerer Runde
    • Klärung von Fragen und Informationen rund um die Themen „Hochbegabung“ und „Hochsensitivität“
    • Verbesserung von Beziehung und Kommunikation
    • Chancen und Risiken der Entwicklung (Motivation und Selbstwirksamkeit)
    • Forder- und Fördermöglichkeiten
    • Beschäftigung mit Fachliteratur

    Die Texte wurden größtenteils meiner 2012 entstandenen Bachelorarbeit „Hintergründe und Praxis der Elternberatung in der logopädischen Therapie hochbegabter Kinder“ aus dem Studium der Angewandten Therapiewissenschaften entnommen. Dort sind ebenfalls alle Quellenangaben verzeichnet.

    Wie wir werden, wer wir sind

    Drehpunkte der Entwicklung nach Ken Wilber

    Ich stecke gerade mitten in einem Projekt. Einer Reise zu meinem Selbst. Im Oktober 2018 besuchte ich das Playing Arts Symposion und durchlief dort den Prozess der Selbstzertifizierung zum Playing Artist. Richtig gelesen: S e l b s t z e r t i f i z i e r u n g. Das war eine bahnbrechende Erfahrung für mich. Ich denke nämlich immer, ich müsste erst alle Bücher gelesen und relevante Qualifikationen nachweisen können, bevor ich berechtigt wäre, etwas zu einem Thema zu sagen – mein Wissen zählt nicht, weil das ja nur autodidaktisch ist. Nur…!

    Was mir offensichtlich fehlt, ist etwas mehr Selbstvertrauen. Und Selbstsicherheit. Selbstverständlichkeit! Vielleicht Selbstbewusstsein? Jedenfalls ließ mich dieses gute Gefühl nicht mehr los, mir selbst ein Zertifikat ausgestellt zu haben. Ich wollte mehr davon. Mehr von diesem Gefühl der … Selbstermächtigung. Also stelle ich mir in einer Art Selbstfürsorge seitdem – anfangs sogar täglich – selbst weitere Zertifikate aus. Was als Scherz begann, dient inzwischen merklich der Förderung meiner Selbstannahme und Selbstliebe. Am Ende des Prozesses fühle ich dann hoffentlich etwas mehr Selbstwert. Und kann zu meiner Selbstverwirklichung kommen.

    Selbstzertifizierung von Britta Weinbrandt

    Die Frage, die auf der Hand liegt, lautet:

    Wie sind mir eigentlich so viele Teile meines Selbst abhanden gekommen?

    Meine Generation wurde ja noch nicht so bewusst willkommen geheißen wie die unserer Kinder. In den Siebzigern hat man sich wohl noch nicht so viele Gedanken über Kindesentwicklung gemacht. Nach meiner Geburt wurde ich sofort mit dem Hubschrauber zum nächsten Inkubator geflogen, ohne dass meine Mutter auch nur einen Blick auf mich hatte werfen dürfen. Ich weiß nicht mal, wie viele Monate alt ich genau war, als sie mich dann das erste Mal sah.

    Meine beiden Omas holten mich zwar zusammen irgendwann aus dem Krankenhaus ab und nahmen mich abwechselnd bei sich auf. Aber es war da schon passiert. Als unsicher gebundenes Kind war ich ein Bilderbuchexemplar, aus einem Lehrbuch der Psychosomatik entsprungen. Manchmal nervt es mich sehr, wenn ich wieder irgendwo lese, wie perfekt ich das Klischee des früh traumatisierten Kindes verkörpert habe.

    Ich habe mich also mein Leben lang zu psychologischen Themen hingezogen gefühlt, allein schon um meine zum Teil extremen körperlichen Reaktionen zu verstehen. Aber ich bin auch dankbar – weiß ich doch gleichzeitig, dass das Wort Resilienz ebenso für mich erfunden wurde. Ich habe es nie wirklich eingesehen, dass der Rest meines Lebens von diesem Fehlstart bestimmt werden soll. Ich will ein glückliches Leben führen. Gern auch mit Leichtigkeit.
                                                                               
    Selbst der Vorbereitungskurs zum Psychotherapeutischen Heilpraktiker hat mich nicht so weit gebracht wie die Lektüre von Ken Wilbers Werk. Die wohl eine Lebensaufgabe für mich werden wird, um sie ganz zu verstehen. Es ist nichts weiter als eine „Theorie von Allem“, d.h. er bringt ungelogen die gesamte Wissenschaftsliteratur der letzten Jahrhunderte zusammen und entwirft eine Vision davon, wohin Evolution uns führen könnte. Weshalb es sich als schwierig erweist, sein Werk zusammenzufassen. Heute möchte ich ausschließlich den momentanen Stand meines Verständnisses über die Drehpunkte der Entwicklung wiedergeben – und kürze dabei gnadenlos. 

    Entwicklung ist etwas, das geschieht, indem das Leben uns immer wieder Fragen stellt.

    In „Integrale Lebenspraxis“ werden die verschiedenen Lebenslinien dargestellt, die z.T. auch als multiple Intelligenz oder als Bildungsbereiche bekannt sind. Ihre Fragen an uns lauten:
                                                                                                              
        • Was erkenne ich? (Kognitive Fähigkeiten)
        • Was brauche ich? (Bedürfnisse)
        • Wer bin ich? (Ich-Identität)
        • Was ist für mich wichtig? (Werte)
        • Wie empfinde ich das? (Emotionale Intelligenz)
        • Was finde ich schön oder anziehend? (Ästhetik)
        • Wie handele ich richtig? (Moralische Entwicklung)
        • Wie sollen wir uns miteinander austauschen? (Zwischenmenschliche Beziehung)
        • Wie soll ich das körperlich bewerkstelligen? (Kinästhetische Fähigkeiten)
        • Was ist mein höchstes Anliegen? (Spiritualität)

    Diese Linien können sich unabhängig voneinander entwickeln. Wenn wir jegliche psychische Auffälligkeiten als Störungen der Entwicklung begreifen, ist es letztlich nur noch eine Frage des Entstehungszeitpunktes, wie sie sich ausprägen werden. Ob sie dann als Persönlichkeitsmerkmal, Macke oder als Erkrankung rüberkommen, wird davon bestimmt, wie stark die jeweilige Ausprägung ist. Franz Ruppert geht in „Wer bin ich in einer traumatisierten Gesellschaft“ so weit, dass er von hundert Prozent betroffenen Menschen ausgeht. Ich denke daher, dass es schlichtweg zum Leben dazugehört. Jede Krise ist ein Schub in die richtige Richtung, sie bringt uns weiter. In meinem Artikel „Wie Hochsensitivität zu persönlichem Wachstum verhilft“ erzähle ich mehr darüber.

    Wulf Mirko Weinreich erklärt in „Integrale Psychotherapie“, wie leicht wir Menschen, bei denen die Entwicklung dieser Linien nicht gleichmäßig verlief, als psychisch krank wahrnehmen. Eigentlich erwachsene Menschen zeigen dann unerwartet unreifes Verhalten für ihr Alter. Um ein Beispiel zu nennen: Wenn sich jemand z.B. in der kognitiven Linie gut entwickelt hat, innerhalb der moralischen und emotionalen Linie jedoch deutlich unter dem Erwartungsgemäßen liegt – dann haben wir einen im ersten Kontakt unauffälligen Mitarbeiter eingestellt, der plötzlich vor Kollegen keine Verantwortung für seine Fehler übernimmt und beim kleinsten Problem Wutanfälle produzierend und rachedurstig alles auf andere schiebt.

    Die Entwicklungsebenen sind ebenso universell wie die Linien. Jeder Mensch auf dieser Welt durchläuft sie. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Die Stufen bauen aufeinander auf. Sie sind jedoch nie voneinander getrennt. Sie sind in unendlich verschiedenen Abstufungen miteinander verschachtelt und verwoben, gehen ineinander über. Man bleibt als einigermaßen gesunder Mensch auch nie ganz auf einer Stufe stehen.

    Drehpunkte der Entwicklung

    Es sind diese Ebenen, die bestimmen, ob wir es mit den Herausforderungen einer Psychose, einer Persönlichkeitsstörung wie Narzissmus, Borderline, Neurosen, Lerndefiziten oder was auch immer zu tun haben werden. Niemand erklärt das besser als Ken Wilber!   

    Drehpunkt 0 – vorgeburtliche-  und Geburtserfahrungen

    Bei jeder dieser Selbst-Stufen oder bei jedem der Drehpunkte, der zu einer nächsten Entwicklungsstufe führt, geht es darum, sich mit der Ebene, auf der man sich gerade befindet, völlig zu identifizieren, mit ihr zu verschmelzen, sie sich zu eigen zu machen. Das ist der notwendige erste Schritt von Dreien. Man ist nun so lang mit einer Stufe identifiziert und verschmolzen, bis es zum nächsten Entwicklungssprung kommt.

    Am einfachsten ist das darzustellen mit der ersten großen Verschmelzung, der vorgeburtlichen im Mutterleib. Das ist D-0. Um weiterzukommen, muss es zweitens dann eine Differenzierung geben. Das wäre dann die Geburt an sich.                                                                                               

    Jede Ebene der Selbst-Entwicklung kennt verschiedene Arten von Abwehr. In meinem Artikel „Raus aus der Lebensfalle“ über den ebenfalls integralen Ansatz der Schemata nach Young, gehe ich intensiv auf die Abwehrmechanismen ein. Das Selbst wird immer versuchen, sich gegen Schmerz, Störungen, Säbelzahntiger und das Sterben an sich zu verteidigen. Kämpfen, Fliehen oder Totstellen sind dabei die berühmtesten Muster, wobei am Anfang eher nur Totstellen geht. Auf jeder neuen Ebene stehen uns dafür neue, komplexer werdende Mittel zur Verfügung.
                                                                                                                                                                                     
    Im Falle von ersten Schwierigkeiten hieße das, einen Schock oder ein Geburtstrauma zu erleiden. Beginnt es noch während der ozeanischen Verschmelzung, befindet sich das Individuum in einer Art körperlich-mystischen Verbindung mit der Welt. Es kommt zu keiner wirklichen Differenzierung, man ist nicht wirklich in dieser Welt angekommen. Das Kind bleibt in der kosmischen Verschlingung mit dem Mutterleib hängen. Das ist einer der Abwehrmechanismen des Selbst, dass es zur Stagnation, also zur Verschmelzung, Fixierung oder mangelnden Grenzbildung mit einer Ebene kommen kann. 

    Deshalb sind mir meine Selbstzertifizierungen so existentiell wichtig. Ich erteile diesem unerlösten Teil von mir dadurch überhaupt erst einmal die offizielle Erlaubnis, hier in dieser Welt zu sein. Für mich ist das Heilung pur. 

    Selbstzertifizierung von Britta Weinbrandt

    Der Geburtsprozess direkt gehört ebenfalls zu D-0. Das Baby erlebt intensiven Schmerz und ekstatische Freude. Bei mangelnder Differenzierung davon kann das später sadomasochistisches Verhalten auslösen, um diese Erfahrungen erneut nachzuleben.

    Während einer komplizierten Geburt, in der es keinen Ausgang gab, machte das Kind eine „no-exit-Erfahrung“. Jemand, der sozusagen im Geburtskanal steckenblieb, zeigt die unglückliche Tendenz, die nächsten Drehpunkte ebenfalls mit der Prägung einer gefühlten Ausweglosigkeit zu durchleben. Diese Art von Selbstschutz, sich in Regression mit einer früher durchlaufenen Entwicklungsebene zu identifizieren und sich nicht davon zu differenzieren, ist ein weiterer Abwehrmechanismus. Das Individuum wird dann mit Depressionen, ausweichendem Verhalten oder Unterdrückung reagieren – und immer wieder mit diesem Erlebnis konfrontiert werden – bis es integriert ist.                                                                                                                                                                                                                                                                               
    Womit wir beim dritten Schritt wären, der Integration. Diese beinhaltet, dass es zu einer  Transzendenz mit gleichzeitigem Umfassen der vorherigen Ebene kommt. Die Ergebnisse aus den vorangegangenen Lernprozessen sind vollständig in der neuen Ebene aufgegangen und bilden etwas Neues, das weit über die bloße Verbindung beider Ebenen hinausgeht. Wir sind immer mehr als die Summe aller Teile.
                                                                                                            
    Wilber nennt in „Integrale Psychologie“ als Beispiel für eine mangelnde Integration der Geburtserfahrung den Messiaskomplex.

    Identifikation, Differenzierung und Integration finden in jeder Phase erneut statt.

    Der Prozess von Differenzierung und Integration kann jedes Mal irgendwie schiefgehen. Das führt dann zu einer Blockade, einer Einengung des Selbst auf seinem Weg der Entfaltung. Oder im schlimmsten Fall zu einer ausgemachten Pathologie

    Bei jedem der Drehpunkte können sich andere innere Stimmen der Persönlichkeit ausbilden. Je nachdem, auf welcher Stufe es zu Schwierigkeiten kommt, bleibt ein Teil unerlöst zurück. Und wie bereits gesagt: Jede dieser Subpersönlichkeiten kann sich in jeder der Linien auf einer anderen Ebene der Entwicklung befinden.                                                                                       
    Alle Lebenserfahrungen, die die Integrationsfähigkeit des Selbst übersteigen, behindern seine Weiterentwicklung. Weinreich beschreibt, dass die Integration eines entfernten Selbst derart gestört werden kann, dass es zur Dissoziation, Verdrängung oder Entfremdung kommt. Das sind weitere Abwehrmechanismen. Außerdem können fälschlicherweise Subpersönlichkeiten handelnd im Vordergrund einer Psyche sein anstatt der Hauptpersönlichkeiten, die eigentlich das Sagen hätten. Ich selbst bin z.B. dermaßen verschmolzen mit meinem „professionellen Selbst“ gewesen, dass ich kürzlich erstaunt feststellen musste, dass ich auf eine gewisse Art gar nicht so genau weiß, wer „ich“ wirklich bin.                       

    Selbstzertifizierung von Britta Weinbrandt

    Auch hier helfen mir meine Selbstzertifizierungen weiter. Ich muss ja schließlich erst einmal etwas über mich herausfinden, bevor ich es mir bescheinigen kann.
                                                                                                                             
    Viele Anteile werden also verdrängt oder sogar abgespalten. Wirklich problemhaft sind solche dissoziierten Anteile, weil sie die Entwicklung wirklich hemmen. Sie sind es auch insbesondere, die die heftigen Symptome produzieren können. Sie wollen ja schließlich gehört und gelebt werden!                                             
     
    Das ist alles nicht wirklich neu und in jedem Buch über Trauma oder über das innere Team nachzulesen. Wilber deckt darüber hinaus noch sehr ermutigend auf, auf welche Art wir wachsen und unsere Krisen überwinden können: Kein Mensch steht einfach auf einer Stufe, mit einem einzigen Abwehrmechanismus oder einer Art Bedürfnis. Wir sind viel komplexer. Daher leuchtet ein, dass uns im Umkehrschluss auch nicht nur eine Art von Behandlung helfen kann. Die integrale Theorie ist mir so sympathisch, weil sie so allumfassend erscheint. Kein Wissenszweig, keine Methode, kämpft hier gegen die andere. Sie haben alle ihre Berechtigung. In jeder Facette steckt Wahrheit.
                                          
    Und meine Wahrheit – ein Bewusstsein für mich – zu entwickeln, ist an und für sich bereits heilend. Durch die volle Erfahrung aller Facetten von Leben, von Therapie, kann das Bewusstsein die aufzunehmenden Elemente anerkennen und sie dadurch loslassen. Es kann sich aus der Einbettung in sie lösen und sich so von ihnen differenzieren, sie transzendieren – um sie dann in einer umfassenderen, mitfühlenden Aufnahme zu integrieren.
                                              
    Und jeder von uns ist vollends in der Lage, die ausgelassenen Entwicklungsschritte jederzeit nachzuholen.  

    Ich beschreibe nun abschließend die weiteren Entwicklungsebenen und die Auswirkungen mangelnder Differenzierung und Integration auf unser Selbst an den zu meisternden Drehpunkten, wie ich sie bei Wilber gefunden habe.

    Drehpunkt 1 – physisches Selbst                                                                                                                        
                                                                                                                           
    Das Selbst ist zu Beginn relativ undifferenziert von seiner Umgebung. Laut Piaget ist es sozusagen materiell. Das heißt, es kann nicht leicht sagen, wo sein Körper aufhört und wo die Umgebung anfängt. Das ist der Anfang von D-1. Es geht darum, die eigenen körperlichen Grenzen zu spüren und auszubilden.

    Diese Phase beginnt mit der Geburt und endet mit ca. 12 Monaten. Wenn das Kind die physische Objektpermanenz mit etwa 18 Monaten realisiert hat, markiert dies den Beginn von D-2 (Das war das mit dem Ball, von dem das Kind weiß, dass er trotzdem noch da ist, obwohl es ihn nicht mehr sieht).

    Die Weltsicht ist archaisch. Wir haben nur Sinneseindrücke, Wahrnehmungen, früheste Impulse und Bilder zur Verfügung. Wenn dieses archaische Bewusstsein nicht differenziert (transzendiert) und integriert (gelöst) wird, kann es zu primitiven Pathologien führen. So kann sich das archaische Selbst nur auf sehr einfache Weise verteidigen. Wenn sich das Selbst nicht richtig von der physischen Umgebung differenziert und seine Bilder davon integriert, kann das schwerwiegende Auswirkungen haben, wie bestimmte Formen von Psychose. Das Individuum weiß dann nicht, wo sein Körper aufhört und wo seine Umgebung anfängt, es verschmilzt mit der physischen Umgebung. Es kommt zur Entstellung von Wahrnehmungen, zu Halluzinationen. Wilber nennt auch kindlichen Autismus oder einen irritierenden Mangel an Selbst-Grenzen.

    Therapie: Ruhigstellung

    Die frühesten Drehpunkte D-0 und D-1 haben bis vor kurzem einer Behandlung widerstanden (außer durch Medikamente/Ruhigstellung), weil sie so schwer zugänglich sind. Jedoch kann Körpertherapie durch intensive Regression diese Ebene erfahrbar machen. Bekannt sind Janovs Urschreitherapie oder Grofs holotrope Atemarbeit, durch die die ersten tiefen Wunden in voller Bewusstheit wieder erlebt werden und das Bewusstsein so die Möglichkeit bekommt, auf eine integrierte Weise weiterzugehen. In meinem Artikel „Aussteigen aus dem negativen Gedankenkarussell“ erkläre ich genauer, wie das mit dem Zugang über den Körper funktioniert.

    Drehpunkt 2 – emotionales Selbst        
                        
    Irgendwann im ersten Lebensjahr hat das Baby also gelernt, dass es einen Unterschied macht, ob es in die Decke beißt oder in seinen eigenen Daumen. Dass es einen Unterschied gibt zwischen Körper und Materie. Das Kleinkind unterscheidet nun seinen Körper von der Umgebung und so verschiebt sich mit dem Beginn von D-2 seine Identität von der Verschmelzung mit der materiellen Welt zu einer Identität mit dem emotional fühlenden Körper. Es gilt daher, die eigenen Gefühlsgrenzen zu spüren und auszubilden. Das emotionale Körper-Selbst differenziert sich von den Emotionen und Gefühlen anderer und von emotionalen Objekten. Die Phase dauert von 1-3 Jahren.

    Es ist die Stufe der Ablösung und Individuation. Ihre Weltsicht ist magisch. Die Welt kann in allmächtiger Phantasie herumkommandiert werden oder die Umwelt ist voller animistischer Verschiebungen. Es herrscht „Wortmagie“.
                                                                                                                    
    Das Selbst hat die Mittel intensiverer Gefühle, Emotionen und neu entstehender Symbole hinzugewonnen und es kann sich deshalb auf raffinierte Weise verteidigen. Es spaltet sich und die Welt in in „vollkommen gut“ und „vollkommen schlecht“, es projiziert seine Gefühle und Emotionen auf andere und verschmilzt mit der emotionalen Welt anderer. Ein weiterer Abwehrmechanismus wäre die Selbstobjekt-Verschmelzung – mit der Mutter.

    Wenn das emotionale Körper-Selbst bei D-2 Mühe hat, sich selbst von anderen zu differenzieren, kommt es zu Störungen der Persönlichkeit. Zum Beispiel könnte das Ergebnis bleibender Narzissmus sein. Narzisst zu sein bedeutet, dass andere als Erweiterung des Selbst behandelt werden.

    Es kann auch zu einer Borderline-Störung kommen. Schmerzhaft und störend dringt hier die äußere Welt in das noch fragile Selbst ein. Andere überschreiten und durchbrechen ständig die Grenzen des ungeschützten Selbst.

    Therapie: Strukturbildung, Stärken von Grenzen

    Das Problem dieser Ebene ist, dass von Anfang an kein starkes Selbst vorhanden ist. Die Techniken zur Behandlung einer solchen Störung werden daher strukturbildend genannt. Sie versuchen, die Grenzen des Selbst aufzubauen und Ich-Stärke zu fördern. Es gibt auf dieser frühen Ebene wenig unterdrücktes Material „aufzudecken“, weil das Selbst nicht stark genug war, irgend etwas zu verdrängen. Das Ziel der Therapie ist hier, die Stufe von Ablösung und Individuation abzuschließen, so dass der Mensch mit einem starken Selbst und klar bestimmten, differenzierten und integrierten emotionalen Grenzen ins Leben treten kann.

    Zu diesen Ansätzen gehören nach Wilber Aspekte der Objektbeziehungstherapie (Winnicott, Fairbairn, Guntrip) , psychoanalytische Ich-Psychologie (Kohut), und zahlreiche Formen einer Integration dieser Ansätze (wie die von John Gedo und James Masterson).  

    Bis einschließlich D-2 ist die Entwicklung zum größten Teil präverbal und vorbegrifflich.      

    Selbstzertifizierung von Britta Weinbrandt

    Drehpunkt 3 – Selbstbild/Selbstkonzept

    Um das 3.-6. Lebensjahr herum unterscheidet das Kind schließlich den konzeptuellen Geist und den emotionalen Körper. Das frühe mentale Selbst beginnt aufzutauchen und sich vom Körper und seinen Impulsen, Gefühlen und Emotionen zu differenzieren, und versucht, diese Gefühle in sein konzeptuelles Selbst zu integrieren. D-3 endet, mit 5-7 Jahren, wenn die eigenen Grenzen erspürt werden können und ausgebildet sind.

    Das Kind lernt zu unterscheiden, was von den Eltern gewünschtes und unerwünschtes Verhalten ist. Das Selbst verfügt nun über verfeinerte Konzepte und den Beginn von Regeln. Diese neuen Mittel können als sehr mächtige Abwehrmechanismen benutzt werden, um den Körper und seine Gefühle wirksam zu unterdrücken, seine Begierden zu verschieben und verdrängen, Reaktionsbildungen zu erzeugen.
                                                                                             
    Bei D-3 hinterlässt ein Mangel an Differenzierung eine Verschmelzung mit dem labilen emotionalen Selbst. Wenn Körper und Geist sich zwar differenzieren, dann aber nicht integriert werden, so dass die Differenzierung zu Dissoziation wird, ist das Ergebnis eine klassische Neurose.  Das Problem ist hier, dass ein stärker werdendes Selbst den Körper unterdrücken kann. Angst, Depression, Phobien, Zwangsstörungen und exzessive Schuldgefühle angesichts des eben erst auferstandenen Über-Ichs, sind zu erwarten. Bei Verdrängung der körperlichen Gefühle, insbesondere der aggressiven und sexuellen Gefühle, kann der Geist von schmerzhaft starken Emotionen überschwemmt und überwältigt werden. Stimmungsschwankungen und Schwierigkeiten mit der Impulskontrolle sind üblich.
                                                                                   
    Therapie: Kontakt zu den eigenen Gefühlen, Kontaktaufnahme und Anfreunden mit Schattengefühlen                 

    Zur Behandlung von Neurosen gehört Entspannung und behutsames ans Licht bringen der verdrängten Stimmen, eine neue Kontaktaufnahme mit den verdrängten Gefühlen oder dem Schatten und ihre Reintegration in die Psyche. Es sind aufdeckende Techniken, die dem Bewusstsein erlauben, sich mit den abgespaltenen Teilen wiederzuverbinden. Sie stellen die Harmonie der Psyche wieder her.
      
    Wilber nennt die Klassische Psychoanalyse, Schattenarbeit nach Jung, Gendlins Focusing und Aspekte der Gestalttherapie, Ich-Psychologie und Selbst-Psychologie.
                                                                                                    
    Drehpunkt 4 – Regel/Rollen-Selbst

    Im Alter zwischen 6 und 12 beginnt das Selbst, die Regeln seiner Gesellschaft zu lernen. Vorgelebte Rollen anderer werden übernommen. Wir bewegen uns vom Ich zum Wir, vom rein Egozentrischen hin zur Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft ist jedoch klar abgegrenzt. Wir gegen die anderen. Das Thema lautet Zugehörigkeit. Georg Kastenbauer nennt in „Erkenne Ich und Selbst“ die Anzahl der Weltbevölkerung, die sich auf dieser soziozentrischen und ethnozentrischen Stufe befindet, mit 40 Prozent.

    Die Weltsicht ist mythisch. Die früh eingenommenen Rollen sind noch kollektiv, archetypisch, wie man sie in Märchen und bei Göttern und Göttinnen der Mythologie findet.
                                                                                              
    Wenn hier etwas schiefgeht – und da inzwischen so viele Teile verloren gegangen sind – bekommen wir eine „Skript-Pathologie“. Hier haben unsere hinderlichen inneren Glaubenssätze ihren Ursprung. Was wir über uns zu wissen glauben, was andere uns eingeredet haben. All die falschen, irreführenden Geschichten und Mythen über sich und die Welt, die das Selbst lernt. In meinem Artikel „Aussteigen aus dem negativen Gedankenkarussell“ habe ich mich bereits mit so einigen Selbstcoachingmethoden beschäftigt, die dort hinaus führen.

    Weitere Probleme entstehen, wenn wir das Gefühl haben, nicht dazuzugehören. Die Abwehrmechanismen, die uns auf D-4 zur Verfügung stehen, sind Verschiebung, mehrdeutiges Verhalten und verdeckte Absichten.

    Die gute Nachricht ist, dass es ab hier wohl kaum mehr zu einem Entwicklungstrauma kommen kann, denn die Psyche ist inzwischen stabiler geworden. Laut Weinreich sind eher Lerndefizite zu erwarten. 

    Therapie: Zugehörigkeit, Kognitives Durcharbeiten der Skripte

    Therapie wie Kognitive Therapie hilft von D-3 bis D-6 dem Individuum, diese fehlangepassten,  falschen, entstellten, herabsetzenden und unfairen Vorstellungen von sich selbst und anderen aufzugeben und sie durch genauere, bekömmlichere, gesunde Skripte zu ersetzen.

    Selbstzertifizierung von Britta Weinbrandt

    Drehpunkt 5 – reifes Ego, rationales Selbst

    Das Selbst kann sich von einem Selbst mythischer Zugehörigkeit mit konventioneller Moral, Regeln und Rollen zu einem globalen, weltzentrischen Selbst hinbewegen, dem reifen, gewissenhaften, individualistischen Ich. Nicht länger Wir, mein Stamm, meine Gruppe, meine Nation, sondern Wir, alle Menschen ohne Ausnahme, unabhängig von Rasse, Religion, Geschlecht oder Glauben. Mitgefühl ist universell, unparteilich, fair, gerecht für alle.

    Viele erreichen diese Stufe von 12-19 Jahren. Das selbstreflektive Ich taucht auf und stellt die gesellschaftlich vorgegebenen Normen in Frage.
                                                                                             
    Die Probleme drehen sich oft um diesen schwierigen Übergang. Wer bin ich? – und zwar nicht nach meinen Eltern oder nach der Gesellschaft oder meinen Glaubensvertretern, sondern nach meinem eigenen tief inneren Gewissen? Das Selbst macht sich auf, herauszufinden, was das eigene, individuelle Leben ausmachen könnte. Es ist dann mit einer Verwechslung von Identität und Rolle konfrontiert.                                                                                             
    Die Abwehrmechanismen sind schon deutlich gereift. Impulse können unterdrückt werden. Mit der  Antizipation können Probleme erahnt und bereits im Vorfeld vorwegnehmend gegengesteuert werden. Sublimierung bedeutet, dass eine Ersatzhandlung für ein misslungenes Manöver erdacht und durchgeführt werden kann.     

    Therapie: Introspektion, Selbstwert, Sokratischer Dialog                                                                                                                     

    Drehpunkt 6 – existentielles, integriertes Selbst

    Existentielle Themen und Probleme treten in den Vordergrund, neben der Möglichkeit eines integrierten Körperselbst. Georg Kastenbauer beschreibt, dass hier Körper und Geist integriert sind, aber noch nicht eins sind mit der Welt. Das beobachtende Selbst blickt auf die Welt und auf sich selbst. Es ist die Metaebene, das Zeugenbewusstsein, das hier erstmals auftritt.

    Die Abwehrmechanismen innerhalb dieser existentiellen Lebenskrise bestehen aus Inauthentizität, Abstumpfen und Resignation. Im schlimmsten Fall wird der Versuch der Selbstverwirklichung einfach aufgegeben.                                                   

    Therapie: Selbstverwirklichung, Sokratischer Dialog

    In weiteren Drehpunkten beschreibt Wilber Entwicklungen, die zum größten Teil transmental und transrational sind. Die transpersonalen Bereiche kommen in den Blick, nicht einfach als vorübergehende Gipfelerfahrungen, sondern als neue und höhere Strukturen. Für Wilber geht die Entwicklung weiter über das Einswerden mit der Welt, mit der Seele, bis hin zur Erleuchtung und dem Einswerden mit dem formlosen Geist auf der höchsten Stufe.

    Das werden wohl die wenigsten von uns erleben. Dennoch, davon bin ich überzeugt, sind wir alle – auch ohne es zu wissen – auf genau diesem Weg. Diesen Gedanken ließ zumindest meine eingehende Beschäftigung mit dem gesamten Feld des luziden Träumens in mein Leben.

    Selbstzertifizierung von Britta Weinbrandt - Ehrenurkunde

    Ich selbst jedenfalls werde mich noch eine Weile selbst zertifizieren, um möglichst viele Teile meiner Selbst weiter zu integrieren.

    Aus dem Projekt ist für mich bislang die Erkenntnis geboren worden, dass ich bin, wenn ich in Resonanz bin – und als ich das angenommen hatte, begann ich aufzuhören, nach der Britta zu suchen, die nicht in Resonanz ist, sondern ich erzeugte plötzlich Resonanz. Ich wurde im Februar 2019 angeregt, einen Minikurs in Selbstzertifizierung zu geben, der bis heute kostenlos als Mailkurs zu erhalten ist.

    Minikurs Zertifizier Dich selbst von Britta Weinbrandt – 5 Impulse in 5 Wochen

    Daraus ist schließlich eine ganze Jahresgruppe mit 52 Impulsen zur Selbstzertifizierung entstanden.

    Außerdem habe ich meine Lebensaufgabe angenommen, den Prozess meiner Selbstheilung noch direkter durch die Verbindung mit der Lebensenergie weiterzugeben.

    Wer Lust hat, noch mehr über meine Impulse zur Selbstermächtigung zu erfahren und die heilenden Auswirkungen solcher Selbstzertifizierungen an selbst an sich zu erfahren, oder sogar bei „Umarme Deine Symptome!“ mitzumachen, bei denen ich Aspekte sämtlicher Drehpunkte berücksichtige, ist herzlich eingeladen, sich mit mir zu verbinden.

    Meine Selbstzertifizierungen als Playing Artist

    Ich bin ein Inkubatorkind. Das – so wurde mir erst sehr spät in meinem Leben deutlich – ist ein frühkindliches Trauma.

    Als verlassenes Kind habe ich mich selbst verlassen.

    Ich habe ein tiefes Misstrauen mir selbst und meiner Intuition gegenüber entwickelt. Ich habe geglaubt, mit mir wäre etwas so Grundlegendes falsch, dass ich immer wieder verkrampft versucht habe, jemand anders zu sein, vorzugsweise die, von der ich glaubte, dass mein jeweiliges Gegenüber mich so haben will.

    Ich wurde ein Chamäleon.

    Als ich erkannte, dass ich eigentlich gar nicht wirklich weiß, wer ich bin, riss mich das sehr um.

    19.07.2020

    Im Oktober 2018 wurde ich zum Playing Arts Symposion eingeladen, einem Wochenende Austausch über künstlerische Projekte. Dort habe ich den Prozess einer Selbstzertifizierung zum Playing Artist durchlaufen.

    Eine S e l b s t z e r t i f i z i e r u n g.

    Das machte etwas mit mir. Ich sah mich mir plötzlich eine Lebensberechtigung ausstellen. Am nächsten Tag folgte eine Existenzberechtigung. Am Folgetag stellte ich mir ein Zertifikat aus über die erfolgreich erworbene Fähigkeit zu atmen. Klein anfangen, muss ich mir wohl gedacht haben. Es fühlte sich irgendwie befreiend an. So begann ich, mir noch andere Dinge zu zertifizieren. Täglich eine Sache.

    Selbstzertifizierung Britta Weinbrandt Lizenz zum Hiersein

    Da ich mich mit Hirnreifung auskenne, beschloss ich, es 30 Tage lang durchzuziehen. Damit ich von einer Langzeitwirkung ausgehen kann. Dann kam mir der Gedanke, dass ich damals doch 46 Jahre alt war – also erweiterte ich den Zeitraum auf ein Zertifikat pro Lebensjahr. Doch als im Januar 2019 schließlich das Ende des von mir definierten Zeitraumes gekommen war, sah ich mich außerstande, aufzuhören.

    Ich hatte meine eigene experimentelle Methode gefunden, um mich kreativ auszuprobieren.

    Selbstzertifizierung Britta Weinbrandt - Einfach mal machen

    Ja zum Leben – ja zu Dir. Impulse zur Selbstermächtigung und Selbstannahme

    Es geschah etwas Unerwartetes. Ich hatte über Wochen hinweg mein ganzes Denken darauf ausgerichtet, mir jeden Tag eine Selbstzertifizierung auszustellen. Dadurch hatte ich mich mir selbst auf eine Art zugewendet, die ich sonst nicht kannte. Das war neu.

    Es ließ mich an einen Punkt kommen, an dem es immer normaler wurde, mir gegenüber eine positive Einstellung anzunehmen. Zu erkennen, wie bescheuert und irgendwie selbstauferlegt viele meiner Hemmungen eigentlich waren. Ich öffnete mich im Laufe der Zeit immer vertrauensvoller der Welt und ließ in all meiner gefühlten Andersartigkeit und Verrücktheit meine Kreativität nur so aus mir heraussprudeln.

    Da war ich nun und berichtete plötzlich öffentlich über meine Erfahrungen mit ….Unsicherheit, Selbstzweifeln, Blockaden. Und dachte nur: Was soll mir denn passieren?

    Selbstzertifizierung Britta Weinbrandt - Aufhören

    Ich beschäftigte mich damit, was das alles mit mir selbst und meiner Entwicklung zu tun hatte. Durch meine Selbstzertifizierungen habe ich viele ungelebte Teile von mir anerkannt und zurückgeholt. Ich integriere mein Selbst. Ich löse dadurch meine Traumata auf.

    Als ich erkannte, dass ich mich mit Traumaauflösung beschäftigen muss, fand ich in der Literatur, in die ich mich seitdem gestürzt habe, überraschend alle Methoden beschrieben, die mein Körper im Laufe meines Lebens für sich selbst bereits gefunden hatte. Mit denen ich seit inzwischen zwei Jahrzehnten intuitiv immer wieder arbeite.

    Selbstzertifizierung Britta Weinbrandt_Glaubenssatz auflösen

    Ich habe mich aufgrund einiger Grenzerfahrungen, die meine Lebensenergie betreffen, mein Leben lang zurückgehalten und angepasst. Aber natürlich haben diese Erfahrungen auch dazu geführt, dass ich andere Menschen, die auf ihre Art Grenzerfahrungen machen, anziehe.

    Ein Schlüsselerlebnis hatte ich auf einem Kongress nach einem Vortrag über Intensität und Hochsensitivität, als im Publikum eine Frau um Rat für ihre zehnjährige Nichte bat, deren Körperenergie sich in ihren Armen und Beinen so aufstauen kann, dass sie nicht weiß, was sie machen soll. Sie leidet und ihre Eltern nehmen sie nicht ernst. Sie war verzweifelt und bat Michael Piechowski, Experte für Hochsensitivität, nach seinem Vortrag über Intensität um Tipps, wie das Mädchen lernen kann, mit ihrem Energiehaushalt umzugehen. Der Autor von „Living with Intensity“ hat die Frage, glaube ich, gar nicht verstanden.

    Ich schon.

    Selbstzertifizierung Britta Weinbrandt für Rückfälle

    Und plötzlich sah ich mich aufstehen und diese Frau abfangen und völlig selbstverständlich zugeben: Ich bin auch so – aber da ich erwachsen bin, kann ich damit umgehen.

    Es wurde ein wunderbares Gespräch. Ich konnte ein paar Nachfragen später einen Wasserfall von Ideen produzieren, die dem Mädchen helfen könnten. Viele davon hatte sie sogar schon probiert (z.B. das Haustier um Hilfe bitten – in ihrem Fall sogar ein Pferd!). Sie ging hoffnungsvoll nach Hause. Und ich merkte, dass da etwas für mich selbstverständlich ist, wozu andere keinen Zugang zu haben scheinen. Ich fühlte mich phantastisch.

    Selbstzertifizierung Britta Weinbrandt - Privatrezept

    Ich erkannte: Ich möchte Menschen begleiten, die Probleme mit ihrem Energiehaushalt haben und die kaum eine Ahnung haben, an wen sie sich wenden können, weil sie befürchten, für verrückt gehalten zu werden.

    Die vielleicht wie ich durch eine spirituelle Krise gegangen sind oder gehen – und nur mit wenigen Menschen oder niemandem darüber reden können.

    Die sich schräg fühlen und anders, weil sie Dinge wahrnehmen, die andere nicht spüren können.

    Oder die einfach unerklärliche Verspannungen und Feinstwahrnehmungen haben, mit denen sie bei keinem Arzt landen können.

    Ich möchte die sein, mit der sie über das Unaussprechliche sprechen können.

    Selbstzertifizierung Britta Weinbrandt - Erdanziehung

    Ich verstehe jetzt, dass ich nur die richtigen Menschen in mein Leben ziehen – und ihnen wirksam helfen – kann, wenn ich wenn ich mich ungefiltert so zeige, wie ich wirklich bin. Auch wenn ich nachweislich nicht der Norm entspreche.

    Ich erkenne, dass ich mich auch mit den Stationen meiner Biographie outen muss, die ich sonst gern weglasse. Ich möchte es mir erlauben, auch ohne Zertifikate mein oftmals autodidaktisch erworbenes und aus Erfahrung entstandenes intuitives Wissen anzuerkennen und damit rauszugehen.

    Selbstzertifizierung Britta Weinbrandt - Das neue Normal

    Letzten Endes ist zwei Jahre später aus genau dieser Erkenntnis meine neue Onlineworkshopreihe „Umarme Deine Symptome! … und aktiviere Deine Selbstheilungskräfte“ entstanden.

    Selbstzertifizerung Britta Weinbrandt - Wortbändigerin

    Meine Selbstzertifizierungen stoppen meine negativen Selbstgespräche. Sie nehmen meinem inneren Kritiker den Wind aus den Segeln. Sie nähren mein inneres Kind.

    Affirmationen funktionieren bei mir einfach nicht, denen glaube ich nicht. An den Selbstzertifizierungen bin ich drangeblieben. Weil sie nicht so wahnsinnig ernst daherkommen, kann ich sie auf eine leichte und spielerische Art viel besser annehmen.

    Ich erkenne: Ich kann diesen Prozess nur mit mir selbst an meiner Seite gehen.

    Und das ist meine Botschaft an die Welt.

    Gib Dir selbst die Erlaubnis, Du selbst zu sein.

    Alles, was ich brauche, ist in mir. Es ist alles da.

    Wer neugierig geworden ist und sich vielleicht selbst gern über individuelle Impulse zur Selbstannahme und Selbstermächtigung oder durch mein kreatives kunstanaloges Spiel mit Kunst oder sogar mein besonderes Feedback im Rahmen meiner spirituell-körperorientierten Energiearbeit neu kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen, sich mit mir zu verbinden.

    Zur Zeit gibt es einen fünfteiligen Minikurs „Zertifizier Dich Selbst!“, den ich gern als wöchentliche Email versende. Aus diesem entsteht gerade eine Jahresgruppe aus 52 Impulsen als Onlinekurs. Wer dabei sein möchte – Ich freue mich über eine Kontaktaufnahme!

    Auch, wer nur ein herkömmliches Coaching sucht! Ich bin wirklich offen für alles.

    Stimmen meiner Minikurs-Teilnehmer klingen so….:

     Teilnehmertestimonial_Minikurs_Zertifizier_Dich_Selbst

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      Stärke Deine Stimme!

      Entdecke Deine persönlichen Stellschrauben für Präsenz und Wohlgefühl!

      „Stärke Deine Stimme!“ geht in die dritte Runde!

      Neuer Start: 2022

      In diesem Kurs wird es um die Wirkfaktoren gehen, die Deiner Stimme guttun und Dir nicht nur nur die Kontrolle über ihre Funktion (zurück)geben können, sondern die Dir ganzheitlich dazu verhelfen, Stressfaktoren in Deinem Leben zu reduzieren und Dich in Deine Stimme hinein zu entspannen.

      Nimm Kontakt auf zu Deiner Stimme. Sie ist ein Spiegel Deiner Seele. Durch sie kannst Du Dein gesamtes Körperwissen anzapfen.

      • Atem- und Stimmtechniken zum schonenden Umgang mit der Stimme
      • Praxis der Stimmtechnik (Atmung, Haltung, Tonus, Artikulation, Modulation)
      • Mudra zur physiologischen Aktivierung aller Atemräume
      • Umgang mit stimmbelastenden Situationen, Erste Hilfe für die Stimme
      • Geführte Meditation zur energetischen Reinigung des Halschakras
      • Heiltönen
      • Mit stimmlicher Präsenz wirkungsvoll kommunizieren
      • Aufstellungsblitzlicht: Wie stehe ich zu meiner Stimme?

      …und vieles mehr, das individuell aus dem Moment entstehen wird. Das waren unter anderem schon die Berücksichtigung des lunaren und solaren Atemtyp und die Aktivierung von Lichtsprache anhand Deiner heilsamen Herzensstimme. Stimme eröffnet Welten!

      Aus meiner langjährigen Erfahrung als Stimmtherapeutin, Stimmtrainerin und Stimmcoach heraus entwickelte ich mein eigenes Modell der Wirkfaktoren von Stimmgesundheit, das den roten Faden der Workshopreihe bildet.

      Britta Weinbrandts Modell der Wirkfaktoren von Stimmgesundheit
      Britta Weinbrandts Modell der Wirkfaktoren von Stimmgesundheit

      Die Treffen sind eher praxisorientiert, es geht um Deine Stimme. Mein wachsendes Skript mit den gesammelten Übungen und der mir wichtigen Theorie bekommst Du inklusive. Wir treffen uns jeweils um 19.30 Uhr auf Zoom. Und Achtung: Es kann auch mal laut werden!

      Der Ausgleich beträgt 200 €.

      Anmeldungen und Rückfragen sind z.B. über mein Kontaktformular möglich.

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        Umarme Deine Symptome!

        …und aktiviere Deine Selbstheilungskräfte!

        In dieser Selbstheilungskurs auf Zoom mit begleitender Facebookgruppe widmen wir uns sieben Monate lang der Lösung der natürlichen Lebensaufgaben.

        Es geht um die Evolution der Selbstheilungskräfte.

        Als Erwachsene bin ich auf allen Ebenen unterwegs.

        Gefühle wollen gefühlt, Gedankenmuster gehört werden, Beziehungen wünschen sich mit offenem Herzen gelebt zu werden, Selbstausdruck möchte fließen, Intuition wünscht sich unser Vertrauen und Spiritualität, ja, Spiritualität will nicht unterdrückt und verboten sein.

        Egal, wo ich in meiner Entwicklung gerade stehe, es ist immer alle vorherige Erfahrung drin, und die möchte umarmt werden – es geht also nicht um höher, schneller, weiter. Es geht um das Umwandeln ungesunder Ausprägungen, Schatten, unbewusst Abgespultem und für mich auch ganz doll um Nachnähren, zum Gesunden hin – und das sollte auf allen Ebenen stattfinden. Keine ist besser oder schlechter als die andere.

        Ich möchte, dass alles miteinander in Einklang ist. Und weil die Ebenen erfahren und integriert werden möchten, nehmen wir uns für jede Lebensfrage innerhalb der Stufen der Evolution der Selbstheilungskräfte jeweils einen Monat Zeit: für jeden Drehpunkt der Entwicklung, für jede Stufe der Spiral Dynamics, für jedes Chakra – der Zugang ist universell.

        Meine Welt ist eine schöpferische, in der das gesamte Wissen des Universums in unserem Inneren zu finden ist. Das Leben versucht auf allen genannten Ebenen mit uns zu kommunizieren, doch hören wir ihm wirklich zu?

        Ich nenne es „Umarme Deine Symptome“, weil ich überzeugt bin, dass eine Zuwendung zu uns selbst, eine Verbindung mit uns selbst, den Schlüssel für Lösung in sich birgt.

        Ich finde die Lösung nie nur auf einer einzigen Ebene.

        Kurze Übersicht über die sieben Monate des Selbstheilungskurses

        Dein Einstieg ist nur noch zum offiziellen Start der dritten Runde am 1.1.2022 möglich – bis dahin allerdings jederzeit!

        Es gibt eine begleitende Facebookgruppe, in der der Austausch zwischen den Livetreffen auf Zoom stattfinden wird. Wir treffen uns während Deiner Kurszeit von sieben Monaten, mit Ausnahme von Februar und März an Dienstagabenden, dem jeweils ersten des Monats, am

        Di 4.1.2022

        Mo 31.1.

        Mo 28.2.

        Di 5.4.

        Di 3.5.

        Di 7.6

        und der letzte Termin ist dann der Di 5.7.2022

        von jeweils 20.00 bis 21.30 Uhr.

        Die Treffen werden zum späteren Nachschauen aufgezeichnet – so kannst Du auch einmal fehlen.

        Es wird im Laufe des Kurses zum Beispiel um die Beantwortung solcher Fragen gehen:

        😎 Welches Thema möchte gerade gesehen werden?

        😎 Wie lebe ich damit, dass jeder mentale oder emotionale Prozess sich bei mir gleich körperlich äußert?

        😎 Wie funktioniert ein positiver Umgang mit blockierter Lebensenergie? Wie bringe ich meine Energien in Fluss?

        😎 Was mache ich mit meinen körperlichen Sensationen, die so unter der Wahrnehmungsschwelle sind, dass kein Arzt mich damit ernstnehmen würde?

        😎 Die zutiefst darunterliegende Frage lautet eigentlich: Wie nehme ich meine Hochsensitivität an und wandele sie in eine Stärke um?

        Gleichzeitig bringe ich in diesen Kurs die ganze Bandbreite der Evolution von Selbstheilungsmethoden ein, die ich mir allein schon deshalb erarbeiten musste, weil ich nicht in der Geschichte steckenbleiben wollte, die ich mir über das verlassene Kind erzähle, das ich bin.

        Ich wollte Lebensglück auch für mich. Und zwar jetzt.

        Es gibt es für jeden Drehpunkt der Entwicklung, für jede Stufe der Spiral Dynamics, für jedes Hauptchakra jeweils einen Monat Zeit, um diese in ihrer ganzen Wirkkraft zu erfahren und zu integrieren. Die monatlichen Livetreffen auf Zoom geben einen geeigneten Rahmen für unseren persönlichen Austausch.

        Wenn ich mich nicht sicher fühle, dann geht bei mir gar nichts. Und als Inkubatorkind fühlte ich mich eigentlich selten irgendwo sicher. Deshalb habe ich gelernt, in meinen Körper zu kommen. Gelernt, Oasen für mich zu schaffen. Gelernt, mich mit meinem autonomen Nervensystem anzufreunden. Damit ich aus einem sicheren Zentrum heraus fest verankert sein kann. Und bewusste Entscheidungen treffe.

        Wenn ich mich sicher und geschützt fühle, dann spult mein Körper nicht plump ohne mein Wissen irgendwelche frühkindlich erworbenen Überlebensmuster ab.

        Im ersten Monat meines Selbstheilungskurses geht es genau darum.

        💕 Was tut Dir gut?

        💕 Wie verbindest Du Dich mit der Erde?

        💕 Was möchtest Du in Dir nachnähren, damit Du Dich sicher fühlen kannst?

        💕 Wer ist Dein innerer Beschützer?

        💕 Welche Ängste möchten noch aufgelöst werden, damit Du in Dir und hier auf der Erde ankommen kannst?

        Ich komme aus der Selbstannahmebewegung, und die beinhaltet das Wissen, dass Du Dir Deine Ängste wirklich angucken und durchfühlen solltest, um sie zu ehren, ihnen für ihre Überlebenshilfen zu danken und anzunehmen, und erst dann können sie gehen. Das ist orientiert an Körpertraumatherapeuten, unter anderen Stephen Porges, Bessel van der Kolk, Peter Levine, Stanley Rosenberg.

        Verbundenheit ist für mich mit das Allerwichtigste. Wenn ich nicht mit mir selbst verbunden bin, dann nehme ich mein Innerstes überhaupt nicht wahr.

        Im zweiten Monat meines Selbstheilungskurses geht es daher um die Frage, wie sicher ich gebunden bin, wie zugehörig ich mich fühle. Es ist der Bereich der Familie, der Ahnen. Und wir dürfen uns unserem inneren Kind einmal so richtig liebevoll zuwenden.

        Die Erfahrungen, die ich als Kind gemacht habe, sind ausschlaggebend dafür, welche Partner ich mir im späteren Leben suche. Eine Partnerschaft bietet mir eine wunderbare Chance, negative Erfahrungen positiv nachzunähren, die ich in meiner Herkunftsfamilie nicht angehen konnte, eben weil ich ein Kind war. Heute kann ich versuchen, sie mit meinem Partner, der ein Konglomerat aus den Verhaltensweisen meiner frühen Bezugspersonen bildet, auf einer höheren Ebene als Erwachsene noch einmal gewinnbringend zu lösen. Das geht allerdings auch als Single!

        Es ist der Monat, in dem Du Muster erkennen darfst, die meist viel älter sind als du. Es geht um die Verbindung mit der Lebensenergie, dem Lebensfluss, dem machtvollen Feld der Gefühle – und der Schöpferkraft Deiner sexuellen kreativen Energie.

        Ich mag Gefühle. Sie zeigen mir meine größten Sehnsüchte an.

        Wer wäre ich, wenn ich nicht irgendwann gelernt hätte, zu erkennen, wo ich aufhöre und wo die Welt anfängt? Und was es ist, das ich in diesem Leben wirklich WILL?

        Als empathischer Mensch habe ich meine eigenen Grenzen sehr spät erst kennengelernt. Daher konnte ich auch bei anderen keine setzen. Zu spät habe ich erkannt, dass ich jedes Gefühl in meinem Körper erst einmal hinterfragen muss: Ist das eigentlich meins?

        In Monat 3 meines Selbstheilungskurses geht es um Eigenmacht, die Ausbildung der Persönlichkeit, das Für-sich-selbst-einstehen. Bezogen auf die optimale kindliche Entwicklung ist nach der sicheren körperlichen Geborgenheit unseres Wurzelchakras und der erworbenen emotionalen Bindung anhand des Sakralchakras nun dran, ein mentales Selbstbild zu entwickeln, das den Körper und die Gefühlswelt integriert.

        Da wir hier meist in der Kindheit immer wieder die Erfahrung gemacht haben, in unseren eigenen Autonomieversuchen von Erwachsenen gebremst zu werden, mussten wir genau diese Gefühle immer wieder abspalten, um zu erleben, dass wir noch geliebt und angenommen werden.

        Hier entsteht Scham, und hier entstehen Schatten. In dieser Phase in meinem Kurs wirst Du also anhand der Dinge, die Dich heute in anderen triggern, sehr leicht erkennen, welche Teile Deiner selbst, die Du für Dein Überleben abschalten musstest, Du noch unbewusst festhältst. Und dann machst Du sie Dir zu eigen.

        Je weniger Du damit beschäftigt bist, nicht fühlen zu wollen, je mehr Du dich Deiner Innenwelt öffnest und anerkennst, dass Du wunderbare Mechanismen und Überlebensstrategien entwickelt hast, die Dir genau aufzeigen, wohin Du schauen darfst, umso mehr kommst Du in Deine eigene Kraft.

        Und dann ziehst Du ganz bewusst eine gute Zukunft in Dein Leben. Und manifestierst nicht aus Deiner ungelösten Ursuppe heraus, sondern in Einklang mit Deinem Lebensfluss.

        Wer mit dem Lebensfluss schwimmt, der kann in Leichtigkeit er selbst sein und seine Willenskraft zum Guten einsetzen.

        In der Yogatradition ist das Herz die Verbindung zur Seele. In vielen Kulturen gilt es als der Sitz unserer wahren Intelligenz.

        Ich weiß noch, wie sehr mich die Geschichte von James R. Doty berührt hat, der „Neurochirurg, der sein Herz vergessen hatte“. Er konnte sich durch seine Methoden in seinem Leben alles erschaffen, was er sich gewünscht hatte, doch es erfüllte ihn nicht, weil er vergessen hatte, sein Herz dabei mitzunehmen und die Wünsche zum höchsten Wohle aller zu intendieren. Das Leben musste ihm erst um die Ohren knallen, bevor er sich erinnerte zu fragen: Was ist wirklich wichtig?

        Im vierten Monat des Selbstheilungskurses geht es um Heilung an sich. Du begegnest Deiner inneren Heilerin oder Deinem inneren Heiler, Du erlebst Dich in Deiner ganzen strahlenden Aura. Es geht um Nachnähren ungelebten Lebens, um das Anerkennen Deiner Lebensentscheidungen und ihre volle Verkörperung.

        Ich bringe meine ganze Erfahrung mit meiner hochsensitiven Wahrnehmung und wie ich für mich selbst und auch in der Begleitung von Kindern damit umgehe, mit in den Kurs. Denn auch hier gilt: Wenn ich mich und meine Wahrnehmung annehme, dann ist es mir nicht mehr zu viel, dann bin ich anderen nicht mehr zu viel. Du bist Dir nämlich nur zu viel, wenn Dir alles zu viel ist.Wenn Du Dein Herz für Dich und die Welt und die Menschen um Dich herum wirklich öffnest, so öffnet sich Dir auch die Welt ganz neu. Denn Du kannst viel authentischer Du selbst sein, gerade wenn Du die Widerstände und Mauern, die Du um Dich herum gebaut hast, langsam immer weiter schmelzen lässt. Die Energie, die vorher im Akt des Festhaltens gebunden war, steht Dir nun für einen Beziehungsaufbau zur freien Verfügung.

        Du hast ebenso die Möglichkeit, mit Teilen Deiner Selbst, mit Stimmen aus Deinem inneren Team in Kontakt zu kommen, die Dir vorher nicht zugänglich waren.

        Vor allem ist die vierte Ebene die Ebene der Regeln und Rollen. Wenn Du wie ich eher allergisch gegen Regeln bist und gern mal in den Widerstand gehst gegen alle möglichen Dinge, die Dir begegnen, so kannst Du hier Deine Glaubenssätze testen. Finde Deine innere Ordnung. Und hole Dir Deine im Überlebenskampf verlorenen Selbstanteile zurück. Denn das ist für mich eine der Definitionen von Heilung. Die Ganzwerdung.

        Je weniger ich mich im Widerstand befinde, desto besser geht es mir. Und um mich dem Leben und der Weisheit der Schöpfung immer besser öffnen zu können, schaue ich mir insbesondere gerade diese Widerstände an. Erst wenn ich sie als Teil meiner Selbst anerkenne, finde ich den Mut, sie anzuhören und zu durchfühlen. Und erst dann können sie gehen.

        Und dann kommen die Geschenke, die ein offenes Herz für uns bereit hält.

        Irgendwie alle zwischenmenschlichen Probleme, denen ich begegne, führe ich auf Störungen im Kommunikationsablauf zurück. An irgendeinem Punkt wurde irgendwas Entscheidendes nicht gesagt oder ausgedrückt und missverstanden – und schon ist es passiert.

        In Monat 5 meines Selbstheilungskurses geht es um Deinen Selbstausdruck, Deine Wahrhaftigkeit. Du darfst Dein System reinigen von allen Emotionen, die Du noch festhältst, und von allen Dingen, die Dich blockieren.

        Wie möchte Deine Dir innewohnende Kreativität sich in dieser Welt ausdrücken?

        Wie zeigst Du Dich?

        Durch die Verbindung mit dem Kehlchakraraum hast Du die Möglichkeit, Dein Buch des Lebens einzusehen.

        Fragen auf dieser Ebene lauten:

        Auf welches Ideal richte ich mich aus?

        Was bedeutet für mich Erfolg? In welchem Bereich sehe ich mich am ehesten blühen?

        Denn wer sich ausdrücken möchte, der sollte vor allem eines: Zuhören können!

        Es geht um die Fragen, die das Leben uns stellt. Sie zu erkennen und ihnen zu lauschen bietet uns die Möglichkeit, genau diese Fragen ans Universum zu stellen, und erste Antworten zu erhalten, die uns weiter in unser authentisches Sein verhelfen. Den Einstieg in meine eigene Akasha-Chronik habe ich dabei als so hilfreich empfunden, dass ich Dir gern in einem Modul zeige, wie ich es mache.

        Wenn ich nur vorher gewusst hätte, wie leicht alles sein kann!

        Als ich anfing, die Inhalte, die in meinen Selbstheilungskurs wollten, zusammenzusortieren, sind mir einige lustige Synchronizitäten passiert.

        Ich wollte unbedingt die passende Methode der passenden Ebene zuordnen, und ich suchte wild herum in meiner Literatur, bis ich endlich ganz woanders fündig wurde. Ein Überblicksartikel. Wie wir werden, wer wir sind. So hatte ich ihn zwei Jahre zuvor selbst genannt.

        Ich fand ihn auf meiner eigenen Homepage.

        Die Botschaft des sechsten Chakras lautet nämlich: Alles, was Du brauchst, ist in Dir.

        Ein anderes Beispiel war das Bestimmen der Reihenfolge meiner Kundalinierweckungsübungen. Als ich gebrainstormt hatte, welche Übungen ich da so kenne, da war es sofort klar, wie ich sie zuordne. Die Übung, in der direkt durch Handauflegen mit den großen Drüsen gearbeitet wird, passt natürlich zur ersten Ebene, dem Körper. Die Delphinübung kam wegen des Wasserelements in die zweite Ebene der Gefühle, die Wirbelsäulendurchleuchtung wegen des Feuerelements in die dritte, die Mentalebene. Das Lichtbad in der Aura konnte wollte aufgrund der heilenden Komponente in den Herzensraum – und dann fand ich, passte die Chakrenentrümpelung supergut in die fünfte Ebene.

        Und hier wurde ich ganz besonders belohnt, denn als ich dann anschließend das Kapitel über das fünfte Chakra schrieb, wurde ich daran erinnert, dass es dem Element Raum zugeordnet wird. In der Meditation geht es um die Chakrenräume. Und der Knaller war, als ich die Übersetzung von Vishuddha aus dem Sanskrit las: Reinigung. Bäm.

        Meine Intuition wusste das. Bevor ich begann, den Kurs zu geben, hätte ich gesagt, mein System hat die ersten fünf Ebenen supergut integriert, und ab Ebene 6 wird es für mich experimentell.

        Öh nein.

        Inhaltlich geht es in Monat 6 um Vertrauen in Deine eigenen Fähigkeiten. Um das Spiel mit dem inneren Zweifel. Um das Anzapfen des intuitiven Wissen. Um das Öffnen der Hellsinne. Um die Begegnung mit der Inneren Führung.

        Ich habe nun gelernt, dass ich mich auf sie verlassen kann. Dass ich selbstbewusst darauf hören kann, was ich „weiß“. Und dass es sich lohnt, herauszufinden, auf welchen Wegen meine Intuition funktioniert. Denn dann empfinde ich jedes Symptom, das mir im Innen wie im Außen begegnet, wie eine Botschaft, die ich neugierig zu entschlüsseln vermag – und nicht als Bedrohung oder Trigger.

        Vertrauen ist der Schlüssel.

        Die dem sechsten Chakra zugeordnete Kundaliniübung ist nicht umsonst eine Kombination aus Tantra und Tao geworden: Du erfährst ganz bewusst den großen Energiekreislauf, der unseren Körper versorgt. Bis Du Dich dann auf Ebene 7 so vertraut mit Deinen körpereigenen Energien der Erde und des Himmels gemacht hast, dass Du durch eine klassische Kundalinierweckung geführt wirst.

        Denn das ist weder spooky, noch dass es mit meiner langsam aufbauenden Vorgehensweise gefährlich für Dich wäre. Es ist einfach nur natürlich.

        Viele Lektionen meines Lebens haben mich extrem herausgefordert.

        Gefangen im Spiel der Psychosomatik gab es bei mir kein Gefühl einer möglichen guten Zukunft, das ich heute so existentiell finde. Ich begann mein Leben als Spielball der Naturgewalten.

        Meine spirituelle Krise, so sehr ich mich damit vor der Welt meinte verstecken zu müssen, schenkte mir am Ende des letzten Jahrtausend die Möglichkeit, mit Energien spielen zu können. Die Kundalinienergie floss wie ein Feuerwerk durch meinen Körper und zeigte mir, wie die Chakren sich anfühlen. Nach der Sprengung meiner Schutzmauern in Form eines arg verspannten Körperpanzers und einer intensiven Reinigung meiner Körpersysteme sah ich mich fortan einem anderen Menschen in Not niemals wieder ohne Werkzeug gegenüber.Ich arbeite oftmals mit Patienten, die von anderen aufgegeben werden. Meine Energie habe ich als Universalschlüssel immer bei mir.

        Das ist das Werk des Kronenchakras.

        Kein anderes Chakra fragt mich so intensiv nach meiner Haltung, meinem Wirken, meinem Standing.

        Warum bin ich hier?

        Ich finde immer mehr Antworten auf diese Frage. Ich entwickele mich immer mehr zu der, als die ich gemeint bin. Ich bin definitiv auch hier, um meine Energiearbeit anderen Menschen mit der gleichen Selbstverständlichkeit zugänglich zu machen, in der sie mich trägt.

        Den Zugang zu meiner Energiearbeit vermittele ich durch Träumen, Trancen, geführte Meditationen und meditative Übungen. Und durch viel Wissen. Je mehr ich zum Beispiel in das Thema luzides Träumen hineingetaucht bin, habe ich festgestellt, dass es da enorme Wechselwirkungen gibt zum luziden Leben.

        Was heißt denn luzide? Es bedeutet „lichtvoll“!

        Und in Dialog mit dem Kronenchakra geht es hier tatsächlich um den Weg der Erleuchtung.

        Erleuchtung ist ein Wort, dem viel zu viel Bedeutungsschwere zugemessen wird.

        Was bedeutet es denn, erleuchtet zu sein?

        Kurz gesagt, geht es um das bewusste Sein im Hier und Jetzt, um Achtsamkeit für den Moment. Nicht mehr verhaftet zu sein mit irgendwelchen Geschichten, die ich mir über mich erzähle.Nicht mehr identifiziert zu sein mit irgendwelchen Eigenschaften, die ich glaube zu haben. Meine Wahrnehmungen, körperlichen Sensationen, Gedanken und Gefühle nur noch aufmerksam zu beobachten, ohne in sie einzusteigen.

        „Einfach“ zu sein.

        In Monat 7 meines Selbstheilungskurses verbindest Du Dich mit Deinem Zeugenbewusstsein, Du energetisierst Glaubenssätze, und ganz besonders geht es darum, was Du für Dich persönlich glaubst, was nach Deinem Tod kommt.

        Das ist der einzige Disclaimer, den ich vielleicht mal etwas lauter zu meinen Kurs heraustönen müsste.

        Ich erlaube mir dort sehr zu experimentieren mit allem, was mir für eine Annahme des Hier und Jetzt hilfreich erscheint.

        Zur Zeit reift die Idee einer meditativen Rückführung in ein anderes Leben mit dem Nachempfinden der Besprechung Deines Seelenplans zusammen mit dem Ältestenrat und Deiner Seelenfamilie in mir. Wenn die Idee von Energiearbeit, vom Erleben anderer Dimensionen oder Bardos wie z.B. durch das Nachempfinden des Best Of gesammelter Nahtoderlebnisse, Dein persönlicher Schutz durch mythische Wesen, das Nachnähren durch Bezeugen Deiner anderen Ichs in Paralleluniversen nicht in Dein momentanes Weltbild passen, dann solltest Du die Finger von meinem Kurs lassen.

        Ansonsten kann mein Kurs Deine Welt sehr erweitern. Denn ich bringe mein Traumbewusstsein dorthin mit. Und das ist unendlich und direkt verbunden mit der Quelle der Schöpfung.

        Wie Dein Kronenchakra.

        Deine Wahrnehmung bestimmt darüber, in welcher Welt Du lebst. Nicht die Welt bestimmt Dich. Du bestimmst Deine Welt.

        Ich zeig Dir gern meine!

        Das Herzstück des Kurses sind begleitende Meditationen und Übungen für das jeweilige Thema in Selbsterfahrung.

        Das bekommst Du neben den Livetreffen:

        💋 sieben einführende Texte zur Bedeutung der Chakren

        💋 sieben einführende Texte zu den Stufen der Spiral Dynamics, die die dahinterliegende Theorie erklären

        💋 sieben aufeinander aufbauende Übungen zur bewussten Erweckung Deiner Kundalinienergie

        (Umarme Deine Drüsen – Kreise mit den Delfinen – Durchleuchte Deine Wirbelsäule – Heile Deine Aura – Räume Deine Chakren auf – Erlebe Deinen Energiekreislauf – Erwecke Deine Kundalini)

        Meine persönliche Kundalinierweckung im Zuge der spirituellen Krise, die ich am Ende des letzten Jahrtausend erlebte, schenkte mir eines: Ich sehe inzwischen jedes Symptom, das ich produziere, als einen Ruf meiner Lebensenergie. Sie zeigt mir, wo die Blockade sitzt. Und jedesmal bringt es mich ein wenig weiter, wenn ich darauf höre.

        Hätte ich früher gelernt, auf meine Körperenergien zu achten, wären sie mir definitiv nicht derart gewaltsam um die Ohren geflogen, wie sie es schließlich taten. Es kam wie ein Paukenschlag, der mich aus meinem Leben riss – zumindest aus der Wahrnehmung, wie ich sie kannte.

        Allerdings zähmte es mich derart, dass ich die ganz große Nummer heute nicht mehr brauche. Und so zeige ich Dir auch, wie Du Deine Kundalinienergie sanft wie einen Glockenklang erleben kannst.

        In meiner Beschreibung des sechsten Monats, des Stirnchakras habe ich bereits davon erzählt.

        Die Übung, in der direkt durch Handauflegen mit den großen Drüsen gearbeitet wird, passt zur ersten Ebene, dem Körper. Sie ist wunderbar beruhigend.

        Die Delphinübung kam wegen des Wasserelements in die zweite Ebene der Gefühle. Ich stelle immer wieder fest, dass mein Körper sie sich insbesondere in der Gegenwart von Sterbenden von mir wünscht.

        Die Wirbelsäulendurchleuchtung lernst Du wegen ihrer Verbindung mit dem Feuerelement in Monat 3 kennen.

        Das Lichtbad in der Aura wollte aufgrund der heilenden Komponente in den Herzensraum.

        Die Chakrenentrümpelung in Monat 5 passt zum Element Raum. Du reinigst noch einmal intensiv Dein Chakrensystem durch, bevor es langsam in die klassische Kundalinierweckung geht.

        In der sechsten Kundaliniübung erfährst Du ganz bewusst den großen Energiekreislauf, der unseren Körper versorgt.

        Auf Ebene 7 führe ich Dich schließlich durch eine klassische Kundalinierweckung. Spätestens bis dahin ist das auch für Dich ein ganz natürlicher Körpervorgang geworden.

        💋 sieben Chakrameditationen

        (Lasse Deine Wurzeln wachsen – Aktiviere Deine Schöpferkraft – Stärke Deine Manifestationskraft – Lausche der Musik Deines Herzens – Öffne Dich Deiner Inneren Wahrheit – Vertraue Deiner Intuition – Sei in Dir Zuhause)

        Es gibt aus meiner Sicht so viele Missverständnisse über Energiearbeit in dieser Welt. In letzter Zeit höre ich überall Menschen von hohen Energiefrequenzen sprechen und dann ist das Wort Schwingungserhöhung meist nicht weit entfernt. Das Ganze dann gespickt mit dem Imperativ, seine Schwingung hochhalten zu müssen.

        Das wäre ein weiterer Disclaimer für meinen Kurs.

        Es geht mir definitiv nicht um Licht und Liebe. Wenn Du Deine Symptome, und damit meine ich alles Druckerzeugende körperlicher, energetischer, emotionaler, mentaler sowie spiritueller Natur, einfach nur loswerden willst und als elitäres Lichtwesen durch die Gegend schweben möchtest, dann darfst Du das gern – aber das findest Du dann nicht bei mir.

        Für mich gehört die gesamte Bandbreite des Spektrums zum Leben dazu. Erst wenn ich das bejahe, und alle Energien als zu meiner Welt gehörig anerkenne, bin ich wirklich lebendig.

        Und dann kann ich in wahrhaftigen Dialog gehen mit den Themen, die das Leben mir schenkt. Unzensiert und ehrlich.

        Auf dem Weg in mein wahres Sein.

        Mit den Chakrenmeditationen, die ich aufgenommen habe, hast Du die Möglichkeit, die heilende Körperenergie dieser Energiezentren zu erfahren und erste Dialoge mit Deinem Dir innewohnenden Körperwissen zu führen.

        💋 sieben Lichtsprachedurchgaben zur Stärkung und Ausgleichung jedes Deiner Chakren

        Wenn es etwas gibt, wofür ich wirklich dankbar bin, dann ist es die Tatsache, dass ich nicht mehr allein in meiner Welt bin.

        Vor über zwanzig Jahren, als die Geburt meines ersten Sohnes eine spirituelle Krise mit durchschlagender Kundalini auslöste, in deren Zuge mein körperenergetisches System sich ziemlich wild von seinen Blockaden befreite, da gab es auch einen Punkt, an dem ich anfing in Lichtsprache zu singen.

        Damals hatte ich noch kein Internet zur Verfügung, das mir Kontakt zu Menschen mit ähnlichen Erfahrungen ermöglicht hätte. Meine Therapeutin nannte es Sternensprache, ansonsten hatte ich nur die Bibel als Referenz, „in fremden Zungen sprechen“ – nur dass ich wirklich sang. Also nicht ich sang, es sang durch mich.

        Ich musste mich bereits bedingungslos dem intuitiven Yoga hingeben, das mein Körper einforderte, und so war ich froh, dass ich zumindest das mit der Sternensprache abbestellen konnte. Was ich erst jetzt geschnallt habe, seitdem ich mich ihr wieder öffne: Fortan gebärdete ich sie nur noch. Meinen autonomen Körperbewegungen zu folgen empfinde ich als extrem lösend und klärend. Deshalb fällt es mir jetzt so leicht, sie durch Stimme wieder in mein Leben fließen zu lassen. Sie war nie ganz weg.

        Ich kann noch immer nicht gut erklären, was es ist. Ich kann nur sagen, dass ich die Energien, die mit der Lichtsprache, wie ich sie heute gern nenne, übertragen werden, sehr genieße. Es ist so unfassbar leicht und unmittelbar, damit schnell an den Kern zu gelangen.

        Es lag also nah, dass ich auch damit für meinen Kurs herumexperimentiere. Ich stelle mich vors Mikrophon, setze eine Intention, dass nur aus meinem höchsten Selbst und zum besten Wohle Klänge kommen mögen, und dann wünsche ich mir eine Lichtsprachendurchgabe zu einem bestimmten Thema.

        So habe ich auch zur Stärkung und Harmonisierung aller sieben Chakren jeweils eine Aufnahme gemacht.

        💋 sieben Übungen zum Erkennen und Bezeugen der Blockaden jedes Deiner Chakren

        In einem der Stränge des Selbstheilungskurses geht es um das Erkennen der jeweiligen Blockaden, die dem Ausdruck und der Entfaltung der einzelnen Chakren entgegenstehen.

        Das Wurzelchakra wird von Angst blockiert.

        Daher habe ich einige hilfreiche Übungen zusammengestellt, die sich der Auflösung von Ängsten widmen, zum Beispiel die Klopftechnik.

        Das Sakralchakra wird von Schuldgefühlen blockiert.

        Schuldgefühlen nähern wir uns in meinem Kurs in so einem Zwischending aus Übung und Meditation – häufig öffne ich einfach nur zu einer bestimmten Fragestellung die Akasha und labere drauflos und staune, welche Übung sich für uns zeigen möchte. Ich stehe derart für Hilfe zur Selbsthilfe, dass bei mir selbst dann für jeden eine Übung als verkörperte Antwort geliefert wird.

        Die Blockade des Solarplexusschakra ist das Schamgefühl.

        Daher habe ich eine meditative Übung zur Schamauflösung aufgenommen.

        Das Herzchakra wird durch Trauer blockiert.

        Dazu gibt es wieder eine meditative Übung. Die radikale Annahme der Gefühle durch das Herz eignet sich generell zur Beschäftigung mit allen blockierenden Gefühlen. Ebenso Dankbarkeit.

        Das Halsschakra wird durch Lüge/Schein blockiert.

        Ich interpretiere dieses Verbergen, dieses Versteckenwollen, Nichtzeigenwollen, Unterdrückenwollen als unsere Schutzmauern, die wir undurchdringlich um uns bauen. Daher ist zur Auflösung das Heiltönen, das bedingungslose Raumgeben aller unterdrückten Symptome, am Start.

        Illusion blockiert das Stirnchakra.

        Eine der Fragen, die das Dritte Auge uns stellt, lautet:

        In welcher Realität leben wir?

        Was nehmen wir wahr?

        Wie nehmen wir wahr?

        Was wollen wir sehen, was nicht?

        Was halten wir für möglich, was nicht?

        Dich erwartet eine humorvolle Zweifelbeseitigungstrance und eine kleine Demonstration meines intuitiven Yogas. Wenn du Deinem Körper in seinen Bewegungswünschen folgst, kannst Du nur richtig liegen. Im Hier und Jetzt kann es keine Illusion geben. Wir sind.

        Das Kronenchakra wird durch Anhaftung blockiert, durch Festhalten.

        Anhaftung an unsere Symptome, Anhaftung an die Geschichten, die wir uns über uns erzählen, Anhaftung an … verdeckten Gewinn? Was ist es, das wir nicht loslassen können?

        Ein Thema, mit dem wir uns im letzten Monat beschäftigen, lautet daher Vergebung.

        Und wie jedesmal, wenn ich versuche, etwas aus meinem Kurs greifbar zusammenzufassen, habe ich das Gefühl, stark gekürzt zu haben. Lass Dich also überraschen, auf welche Weise wir die Blockaden so angehen werden. Sie zu erkennen und zu bezeugen steht für mich stärker im Vordergrund, als sie wegmachen zu wollen. Manchmal genügt es, hinzuschauen, und dann ist es gut.

        💋 sieben geführte innere Reisen

        Traumreisen ins Innere - geführte Meditationen im Selbstheilungskurs Umarme Deine Symptome und aktiviere Deine Selbstheilungskräfte von Britta Weinbrandt

        (Triff Deine Beschützerenergie – Umarme Dein Inneres Kind – Umarme Deinen Schatten – Umarme Deine Heilkraft – Würdige Deinen Pressesprecher – Folge Deiner Inneren Führung – Spüre Deinen Inneren Zeugen)

        In jedem der sieben Monate meines Selbstheilungskurses eröffne ich Dir eine Reise zu einem Selbstanteil, mit dessen Wirkungsfeld Du Dich verbinden kannst.

        In meiner Welt haben wir alles in uns, wir müssen nur den Kontakt herstellen.

        Für den ersten Monat, in dem es um das Thema Sicherheit, Wurzeln und Anker geht, habe ich die Begegnung mit einer Beschützerenergie gewählt.

        Im zweiten Monat geht es um Deine Bindung. Du begegnest gleich zweien Deiner inneren Kinder. Auch hier gibt es in meiner Welt lange nicht nur eins! Und damit Du da ganz geschützt reingehen kannst, habe ich die Erfahrung doppelt abgesichert, es ist ein Traum in einem Traum geworden.

        In Monat 3 darfst Du einen Schattenanteil von Dir integrieren – und ein Schatten bezieht sich hier gar nicht auf etwas Dunkles. Ein Schatten ist ein abgespaltener Selbstanteil, den Du zum Zwecke Deines Überlebens irgendwann hast gehen lassen. So natürlich dieser Vorgang zum Leben dazugehört – selten gibt uns jemand die Entwarnung, dass es safe ist, sich uns diesen Anteilen wieder zu öffnen. Daher dürfen wir das selbst tun, und ich sehe mich mit meinem ganzen Kursangebot als als Katalysatorin genau dieses Prozesses in Dir.

        Demnach kann es auch ein goldener Schatten sein, den Du aus Sicherheitsgründen abgelehnt hast. Liebe. Power. Eine ungewöhnliche Superkraft. Lass Dich von Dir selbst überraschen!

        Bei allem, was ich anbiete und tu, geht es im Kern um ganzwerdende Heilung, um das Zurückholen abgelehnter Selbstanteile auf allen Ebenen. Die Gefahr ist vorbei. Dein Körpersystem braucht das nur zu spüren. Und dann kannst Du Dir auch die guten Schatten wieder zu eigen machen.

        Wenn Du in Deinem Herzensraum angekommen bist, fliegst Du durch Deine inneren Landschaften zu Deinem inneren Heiler oder Deiner inneren Heilerin. Erhalte ein Geschenk, das Dich bei Deiner inneren Heilarbeit unterstützt.

        Im Monat der Kommunikation und des Selbstausdrucks darfst Du Dich mit Deiner Persona beschäftigen. Wen schickst Du eigentlich da raus, wenn Du gerade offline bist? Würdige Deinen Inneren Pressesprecher und erlaube verletzlicheren Selbstanteilen, sich ebenfalls zu Wort zu melden.

        In Monat 6 begegnest Du Deiner inneren Führung und stärkst Deine Intuition.

        Und im letzten Monat nehme ich Dich mit auf einen Sneak Preview Deiner sogenannten letzte Reise. Wo sonst gibt es die Möglichkeit, sich völlig von allem loszulösen und sich in das reine Zeugenbewusstsein hineinfallen zu lassen? Im Tod. Zumindest im Übergang dorthin.

        Für mich als Adeptin des luziden Träumen, Schülerin von Anubis und fleißige Ahnenhotelbesucherin ist das jetzt tatsächlich eher Normalität geworden, mich damit zu beschäftigen.

        Es stimmt ja nicht, dass wir nicht wissen, was da passiert. Ich schicke euch auf dieser Reise in das Best Of der Erlebnisse, von denen Menschen berichten, die tot waren und wieder zurückkehrten. Raymond Moody war der erste, der Pim van Lommel hat das weiter erforscht. Beide lesen sich wie gute Krimis.

        💋 Einführung in die Polyvagaltheorie

        Ein ganz wichtiger Strang in meinem Selbstheilungskurs ist der Welt gewidmet, die die Polyvagaltheorie mir geschenkt hat.

        (polyvagale Leiter, Verflüssige Deine Körperzustände, Finde Momente von Schimmer und Glanz, eine Pause für das Selbstmitgefühl, Energie- und Aktivitätenlandkarte, Notfallkoffer, Glaubenssätze energetisieren)

        Es sind sogar mehr als diese sieben Impulse, um Dich mit Deinem autonomen Nervensystem anzufreunden, Deine typischen Reaktionsmuster für Selbstregulation und Koregulation kennenzulernen und wirksamer steuern zu können .

        Die Reaktionen meines autonomen Nervensystems zu verstehen und vor allem zu durchschauen, hilft mir sehr. Es erklärt insbesondere, warum es Sinn macht, mich mit meinen Körperenergien anzufreunden. Denn wenn mein Hirn die Sachen verarbeitet, die mir geschehen, hat mein Körper längst schon auf sie reagiert. Dem Verstand bleibt bloß noch der Part übrig, die Erklärung dazu zu liefern, und schwupps erzähle ich mir Geschichten über Geschichten über mich selbst … die überhaupt nicht wahr sind.

        Kennst Du auch Menschen, die steif und fest glauben, Opfer ihrer äußeren Umstände zu sein, und sich durch diesen Status dazu ermächtigen, ganze Gegenden zu tyrannisieren? Ich übertreibe jetzt, aber wenn ich eine solche Person kenne, dann bin ich davon überzeugt: Das bin auch ich. Ich könnte es sein.

        Jeder von uns hat seine blinden Flecken. Das meiste, das wir abspielen, sind einfach frühkindliche Muster, die wir daher oft gar nicht wahrnehmen.

        Wenn es mir jedoch gelingt, meine autonomen Reaktionen besser zu erkennen und mein Nervensystem bewusst zu regulieren und vom Totstellreflex des Parasympathikus über der Kampf- oder Fluchtreaktion des Sympathikus den Schritt hin zum sozialen Bindungssystem des Parasympathilkus zu machen, dann bin ich in meiner Energie. Und zwar in einer guten!

        Und dadurch, dass ich mein Nervensystem immer besser selbst regulieren kann, strahle ich auch für andere in meiner Umgebung Sicherheit aus, sodass ich auch koregulierend wirke. Für mich, die viel mit Kindern arbeitet, ist es existentiell, auch für sie in meiner Mitte bleiben zu können. Koregulation durch Selbstregulation habe ich es genannt.

        Das nimmt mir keiner ab. Ich darf es nicht nur selbst tun, ich muss es auch. Denn außer mir kann das keiner.

        Wenn Du mich fragst, sollte das Wissen über die Polyvagaltheorie und die Praxis, die sich aus ihr ergibt, in der Schule gelehrt werden. Wir können definitiv eine bessere Welt für alle damit erschaffen.

        Solange das noch nicht so weit ist, bringe ich es in meinen Selbstheilungskurs mit ein.

        💋 sieben aufeinander aufbauende Atemübungen, die Deine natürliche und physiologische Vollatmung stimulieren

        … auch wenn die Atmung in jeder anderen Meditation und Übung eine große Rolle spielen wird, ist sie so existentiell, dass ich ihr einen eigenen Strang widme.

        Als Logopädin bin ich automatisch auch Atemtherapeutin. Meinen Einstieg in geführte Meditationen und Traumreisen erlebte ich in Form von atemraumerweiternden Körperreisen während der Ausbildung zur Stimmtherapeutin.

        Für mich ist eine bewusste Atmung das, was mich von Chaos trennt.

        Es ist Magie.

        In meiner Atmung bin ich mit allem verbunden. Ich kann sie in sämtliche Zellen meines Körpers und bis in die letzten Winkel des Universum senden. Sie schenkt mir mein Leben, sie schenkt mir Bewusstsein. Sie schenkt mir Freiheit.

        Die Verbindung zur Atmung und somit zu meinem Körper ist für mich so existentiell, dass sie eigentlich in so gut wie jeder meiner geführten Meditationen angesprochen wird.

        Mein Kurs – und das ist ein Teilnehmerfeedback – ist deswegen so wertvoll für Menschen, die sonst eher nicht in ihrem Körper unterwegs sind. Der bewusste Zugang zu meinem Körper ist das Portal zu meinem Unbewussten. In meinen Zellen ist alle Information gespeichert. Durch Atmung kann ich sie freisetzen.

        In keinem Bereich kann ich die Wahrnehmung für meinen Körper leichter öffnen und somit mein Leben nachhaltig verändern.

        💋 viele weitere Meditationen, Übungen und Ansätze, die die Selbstheilungskräfte aktivieren und Dich dabei unterstützen, Symptome anzunehmen und Dich den Botschaften des Unbewussten, Deiner inneren Weisheit zu öffnen, anstatt sie wegzudrücken.

        💋 Austausch in einer begleitenden Facebookgruppe, in der die Aufzeichnungen der Zoom-Treffen immer wieder angeschaut werden können.

        Meine Motivation für diesen Kurs

        Es ist für mich existentiell, mit mir selbst in einer guten Verbindung zu sein. Das ist das wohl wichtigste, das ich jemals über mich herausgefunden habe. Bin ich das nicht, fängt mein Körper an, Symptome zu produzieren.

        Ich verlebte meine Kindheit als selbstgekrönte Königin der Psychosomatik, bin als Logopädin und Stimmtherapeutin sehr vertraut mit dem Gebiet der Körpertherapie (z.B. der Bioenergetik) und geführten Körperreisen sowie den Themen Stressreduktion und Entspannung. Die größte Offenbarung heißt für mich Polyvagaltheorie.

        Ich musste als junge Erwachsene nach einem Jahr als Schmerzpatientin im Rollstuhl lernen, meine Symptome zu umarmen und meinen Weg zu gehen.

        Als die Geburt meines ersten Sohnes eine spirituelle Krise auslöste, bei der ich eine Kundalinierweckung erlebte, lernte ich an Heilpraktikerschulen über ein Jahrzehnt in Jahresgruppen zu Heilen mit Edelsteinen, Energiearbeit, Energetischem Heilen und einer Visionssuche mit diesen Energien umzugehen. Ich wurde zur „Energietänzerin“.

        Selbstzerifizierung von Britta Weinbrandt - Energietänzerin

        Ich bin überzeugte Selbsthilfepraktizierende und habe mir im Laufe meines Lebens durch einen immensen Wissensdurst ein umfangreiches Methodenspektrum angeeignet. Über die Verbindung mit meinem intuitiven Körperwissen fand ich zum kreativen und luziden Schreiben, zum Heiltönen und zu den Praktiken der radikalen Selbstannahme – und zum luziden Träumen.

        Als lebenslang Lernende habe ich diesen Kurs im Rahmen der Ausbildung zum Systemisch-Integralen Coach und IOSA-Practitioner (Integrale Organisations-Strukturaufstellungen) bei Mack.Partners geschaffen.

        Durch meine gespürte Verbindung zur Urquelle habe ich eine Selbstwirksamkeit gewonnen, mit der mich darauf verlassen kann, dass mir in jeder Situation IMMER IRGEND ETWAS Hilfreiches und Wohltuendes einfällt, das ich zur Lösung einsetzen könnte. Dadurch habe ich im Laufe der Zeit eine sehr positive Sicht auf das Leben gewonnen, welche ich gern, nein leidenschaftlich, weitergebe.

        Britta Weinbrandt - Die Frau für die besonderen Fälle

        Ich habe endlich verstanden, dass meine wahre Expertise sich im Kern also daraus speist, dass

        🎯 das Leben mich mit meinem Start als selbstgekrönte Königin der Psychomatik förmlich dazu gezwungen hat, zu lernen, wie ich meine Symptome umarmen kann

        🎯 ich dadurch meine größte Wunde zu meiner größten Stärke umwandeln konnte

        🎯 all das dazu führte, dass ich meine hochsensitive Veranlagung als Schatz und Ressource leben darf

        🎯 ich nicht „zuviel“ bin, wenn ich die Energie aus meiner gespürten Verbindung zur Urquelle für andere gleich mit kanalisieren kann

        🎯 ich zwar mein Leben lang Wissen aufgesaugt habe und es auch gut vermitteln kann – allerdings im Herzen die totale Praktikerin bin. Alles, was ich tu, gründet sich aus Praxis. Zuerst kommt meine Forschungsfrage, der ich mich hingebe, und dann antwortet mir… das Leben. Immer. Darauf kann ich mich verlassen.

        Ich erkannte, dass es eben nicht das ganze Elend meiner unendlichen Kette von produzierten Symptomen ist, in dem ich steckenblieb, sondern dass es meine vor der Welt so lang versteckte spirituelle Krise mit der Kundalinierweckung und dem geöffneten Kanal für Sternensprache war, die mich erst so richtig auf den Weg brachte. Und das geht definitiv bewusster, sanfter und kontrollierter als ich es vor über zwanzig Jahren erlebt habe. Damals stand mir nicht einmal das Internet zur Verfügung, das mir geholfen hätte, Gleichgesinnte zu finden.

        Dieser umfangreich bildende Workshop ist etwas für Dich

        💋 wenn Du das Gefühl hast, nicht ins Raster zu passen, anders zu sein, auf dem falschen Planeten geboren worden zu sein

        💋 wenn Du dich auf den Weg dahin machen möchtest, wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist und Du Handwerkszeug erhalten möchtest, das Dich selbst ermächtigt und Dich mit Dir selbst und Deinem inneren Kern verbindet

        💋 wenn Du bereit bist, auch den Schatten und dem Licht in Dir zu begegnen und abgespaltene Selbstanteile zu Dir zurückzuholen, die Deinen Energielevel und Dein Wohlgefühl erhöhen können

        💋 wenn Du Dir selbst mit Mitgefühl begegnen und Dich so annehmen möchtest, wie Du bist. Gib Dir selbst die Erlaubnis, Du selbst zu sein.

        💋 wenn Du erleben möchtest, was es bedeutet, im Einklang mit dem Lebensfluss Deinem wahren Potential zu begegnen, indem Du Deine sexuelle und kreative Energie (ist beides eins) frei fließen lässt

        💋 wenn Du Dich der Welt authentisch zeigen möchtest

        Wovon man nicht sprechen kann…

        … darüber muss man schweigen. So geht der Satz eigentlich weiter. Ist aber Quatsch.

        Der Körper schweigt nicht. Alle unsere Erfahrungen, Gefühle und Emotionen mit ihren daraus resultierenden Lebenseinstellungen werden über ihn nach außen transportiert, im Körperausdruck und durch die Körperspannung, durch die Stimme, die Art, wie wir sprechen, anhand unserer Sprachmelodie – durch unsere gesamte Lebensenergie. Vielfach unbewusst.

        Menschen reagieren auf unsere Ausstrahlung. Der Körper als Erfahrungsspeicher ist der Schlüssel und die Lösung für den Kontakt zu uns selbst und anderen. Viele unserer Erinnerungen sind jedoch vorsprachlich, nicht in Worte zu fassen. Selbst wenn wir es versuchen – der Körper spricht nicht mit Worten zu uns, er drückt sich immer anders aus, zeigt uns unsere Themen als Blockade, als Verdichtung, durch Symptome. Und wenn wir nicht hinhören, multiplizieren sie sich.

        Bevor sie sich jedoch im Körper manifestieren, zeigen sie sich auf energetischer Ebene – und da komme ich ins Spiel.

        Ich bin Ansprechpartnerin für Menschen, die z.B. Hilfe bei ihrem Energiehaushalt benötigen. Ich möchte Menschen helfen, die wie ich etwas Unaussprechliches mit sich herumtragen. Die vielleicht wie ich durch eine spirituelle Krise gegangen sind oder gehen – und nur mit wenigen Menschen oder niemandem darüber reden können. Die sich schräg fühlen und anders, weil sie Dinge wahrnehmen, die andere nicht spüren können. Oder die einfach unerklärliche Verspannungen und Feinstwahrnehmungen haben, mit denen sie bei keinem Arzt landen können.

        Mit dem Körper die Seele streicheln

        Ich bin aber noch viel mehr als nur Ansprechpartnerin. Durch meine Selbstheilungskräfte und mein enormes Körperwissen verbinden sich meine Hände mit dem Energiesystem, das sich ihnen öffnet. Für mich sind die Momente, in denen ich mich dem Energiefluss (m)eines Körpers hingebe, die, in denen ich wirklich aufblühe. Es ist pure Hingabe.

        Durch diese Art des Einschwingens in das, was da ist, ist das Hinhören ganz leicht. Und vor allem geht es nicht um Lösung. Es geht darum, das vorhandene Körpergefühl anzuerkennen. Ihm Raum zu geben. Friedliche Koexistenz. Solange ich gegen meine Symptome kämpfe, füttere ich sie. Wende ich mich ihnen offen und wertschätzend zu, erkenne ich vielleicht sogar ihre positive Botschaft für mich. Und die ist immer FÜR mich.

        Wenn unsere Körper miteinander kommunizieren, dann braucht es keine Worte. Viele berichten mir sogar, dass sie in meinen Händen zum ersten Mal ihre Gedanken ausgeschaltet haben. Auf Null. Richtig runtergefahren sind. Es geht um die Erfahrung, einfach zu sein, sich selbst zu spüren, sich in seinem Körper wohl zu fühlen. Einmal wirklich zu entspannen. Sich die Seele streicheln zu lassen.

        Mir jedenfalls bringt es Erfüllung, auf den Ausdruck meines Körpers zu hören.

        Und es funktioniert auch online!!!

        Du kannst noch einsteigen bis zum 31.12.2021.

        Am 1.1.22 startet der Kurs zum letzten Mal und endet am 31.7.22.

        Ich biete die sieben Zoom-Treffen, die sieben Monate Begleitung, den Austausch in der Facebookgruppe und die Kursinhalte, bestehend aus unzähligen theoretischen Inputs, begleitenden Übungen und geführten Meditationen zum Preis von 600 € an. Diese sind natürlich auch in Raten zahlbar – sprich mich an!

          Diese Website ist durch reCAPTCHA geschützt und es gelten die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen von Google.

          Das sagen die Teilnehmer von „Umarme Deine Symptome!“

          „Die Polyvagaltheorie war neu für mich und ein wahrer Zugewinn! Endlich erklärt eine Theorie auf Grundlage des Nervensystems (und, wie du auch sagtest, messbar) verschiedene Gefühlszustände etc. Als strukurliebende und hochsensible Person war es toll das kennenzulernen. Danke, danke, danke dafür!“ – Laura K.

          Also ich sach ma so: Wenn ihr in den letzten sieben Monaten dieses Jahres noch nichts vorhabt und auch in den nächsten sieben Jahren noch beschäftigt sein wollt, am 1. Juni fängt ein hochinteressanter Kurs mit Unmengen von Facetten an, der sich so richtig lohnt und dabei spottbillig ist und den ihr keinesfalls bereuen werdet. So.

          „Seit dem Kurs hat sich für mich verändert, dass ich deutlich vermehrt meine Symptome nicht nur meinem Körper zuschreibe, sondern stärker als vor dem Kurs auch die mentale Ebene (Chakren…) einbeziehe. Natürlich war mir der Zusammenhang zwischen Körper und Psyche/Geist vorher absolut bewusst, aber es hat nun ein anderes Gewicht bekommen und ich kann Dinge der mentalen Ebene besser greifen/benennen für mich. Durch die in den letzten Wochen deutlich gestiegene Anzahl an Meditationen, Traumreisen etc. durch den Kurs, komme ich nun deutlich schneller und intensiver in…wie nennt man es?…Trance, einen meditativen Zustand. Das ist ein Zugewinn und sehr angenehm und faszinierend. Und ich denke häufig an Aussagen und Ermutigungen von dir, habe dich häufig „im Ohr“: z.B. dass wir ruhig darauf vertrauen können, dass sich das zeigen wird, was gerade richtig und wichtig für uns ist. Oder dass wir nicht alles verstehen müssen, um es zu fühlen oder entsprechende Energien zu uns zu ziehen. Das ist so schön!“ – Laura K.

          Ich kenne ja beide Kurs Formate und die spiegeln eine weitere deiner Facetten wieder:
          Variantenreichtum. Da steckt so eine Fülle und Lebendigkeit drin!!!
          Von Umarme deine Symptome werde ich noch eine ganze zeitlang Genüsslich zehren 🤩

          „Liebe Britta, vielen, vielen Dank für dein wunderbares Methoden-Buffet. Danke, dass du dein umfangreiches Wissen mit so viel Herz und Humor an uns weitergegeben hast. Ich freue mich schon sehr, auf eine Wiederholung deines Kurses, damit ich die in sieben Wochen gelernten Inhalte nochmal vertiefen und in meinen Alltag integrieren kann. Danke, dass ich am Betakurs teilnehmen konnte.“ – Anja Schepers

          „So heißt dein Kurs für mich auch nicht so, wie du ihn nennst, sondern:
          Wie ich mir selbst eine gute Freundin / ein guter Freund bin!“

          „Ich finde, dass der Stoff, den du in dem Kurs drin hast, ausreichend ist für ein ganzes Studium oder eine Ausbildung 😊.“

          „Britta, ein Feuerwerk der Fülle mag ich zusammenfassend zertifizieren. 😊
          „Ich hatte schon lange dieses Gefühl, dass du eigentlich deine eigenen Methoden und Weiterentwicklungen lehrst. Das ist eine wichtige Botschaft, da will noch was ganz anderes als Onlinekurse durch dich in die Welt, da wollen Ausbildungen….“

          Was Britta Weinbrandts „Umarme Deine Symptome“-Kurs mit meiner Selbstheilungsmacht zu tun hat

          Ich werde ja so oft gefragt, wie ich das mache, dass meine Entwicklung so schnell geht. Manchmal denke ich so „Hä? Schnell? Ich arbeite da ja auch schon Jahre dran.“ Aber es ist wahr. Ich bin schnell. Also was ist mein Geheimnis?

          Wenn Du jetzt erwartest, dass ich – wie viele andere, die auch Coachings und Begleitungen anbieten – sage, dass ich mich halt immer von einem Coach begleiten lasse und dass ich Dir deshlab dringend empfehle dich von mir begleiten zu lassen, damit Du genauso schnell durch Deine Heilungsprozesse gehen kannst, wie ich… MÖÖÖÖÖP! Falsch gedacht.🤣

          Ne, ganz ehrlich! Was ich tue ist nicht glamourös und nicht funkie und nicht besonders. Was ich tue ist, mich permanent selbst zu reflektieren. Ich schaue hin, wo mich etwas triggert. Ich schaue hin, wo etwas ziept und zwackt. Ich schaue hin, wo etwas nicht gut läuft, egal was ich im Außen tue.

          Und dann handle ich. Statt wegzulaufen und es wieder auszublenden wie früher. Bei mir landet nichts mehr unter dem Teppich, sondern eher auf dem Seziertisch. Ich habe einen großen Koffer an Selbstheilungstools, beinahe so groß wie Brittas. Aber eben nur fast und vorallem auch total anders.

          Und manchmal habe ich das Gefühl, dass meine eigenen Methoden nicht mehr ausreichen. Da liegt dann etwas auf dem Seziertisch und ich krieg es nicht wirklich zu fassen. An solchen Momenten hab ich zwei Möglichkeiten. Entweder, ich lasse das energetisch lösen und kann damit leben, dass ich vielleicht nie erfahre, um was es hier eigentlich ging. Oder ich lerne etwas Neues und arbeite mich da durch. Aus meiner ganz eigenen Kraft und Macht heraus.

          Meine Intuition gibt mir da ganz klare Hinweise, wann es welcher Weg sein darf und im Februar bekam ich den Hinweis vom Universum, an Brittas Selbstheilungskurs „Umarme deine Symptome“ teilzunehmen. Das hab ich gemacht. Denn da war noch dieses eine sich ständig windende Thema auf einem meiner Seziertische (achso ja, ups, ich hab mehrere)…

          Britta behauptet ja gerne mal, dass das, was man bei ihr lernt „banal“ ist. Ich sage es ist „existenziell“! Wir alle müssen lernen uns mit ganz einfachen Methoden selbst zu heilen. Wenn wir nicht trinken würden, würden wir sterben. Durst ist also ein wesentliches Alarmsignal unseres Körpers. Und was hilft besser bei großem Durst? Ein Glas stilles Wasser (total banal) oder ein fancy Cocktail, wo du so viele Zutaten zubereiten musst, dass Du tot umgefallen bist, bevor Du den ersten Schluck getrunken hast?

          Ja, ich weiß, ultra plakativ uuuuund… absolut wahr. Mein Ego meint manchmal, es muss irgendwie kompliziert und fancy sein🤦‍♀️, aber das ist eigentlich Quatsch. Die einfachen Sachen sind die wirksamsten und die sind uns so oft nicht bewusst. Ja, auch mir nicht!

          Brittas Kurs ist wie dieses Glas Wasser, das Dir das Leben retten kann. Total unaufgeregt und simpel, ja fast unauffällig selbstverständlich, aber eben genau das was nötig ist.

          Ich hab ja schon viele coole Dinge gelernt und bei Britta geht es dann um so „Essentials“ wie Atmen, Gähnen, den Körper abklopfen, Tönen und vorallem auch Annehmen wie es ist.
          Und sich auf diese einfachen Dinge zu besinnen, ihre Wirkung zu spüren und sie ganz bewusst anzuwenden, in all ihrer Schlichtheit, das ist pure Magie.

          Und so habe ich dieses Knäul auf meinem Seziertisch angenommen. Es nicht mehr als zu lösendes Thema betrachtet, sondern mit ihm geatmet. Es beobachtet. Begonnen darüber zu sprechen. Auch wenn es mir super schwer fiel.

          Und dann ging plötzlich alles viel leichter. Denn es ging nicht mehr um die große Lösung, es ging immer nur um den aktuellen Moment. Back to basic. Und im aktuellen Moment war ja oft alles ok.

          Britta brachte uns bei, ganz ganz achtsam zu werden, wann der Moment kippt und nicht mehr ok ist. Was passiert in diesem Moment? Wo genau fängt er an? Wo im Körper spüre ich das? Und dann genau in diesem flüchtigen Moment vollständig die eigene Macht über die Situation zu erkennen und zu steuern, statt wieder Opfer der Unbewussten Prozesse zu werden, darum geht es! Das darf man echt üben, und wenn man es drauf hat, ist es so genial.

          Es wäre kein Britta-Kurs, wenn nicht unglaublich viel Wissen vermittelt würde. Und es wäre auch kein Britta-Kurs, wenn nicht unglaublich viele tiefenwirksame, reichlich selbsterprobte, ganz einfach umzusetzenden Methoden drin wären.

          Wie es meinem Thema auf dem Seziertisch jetzt geht? Nun, es lag dort schon mehrere Jahre und nichts half wirklich. Jetzt habe ich es geheilt. Und ich bin so stolz, weil ich es – mit Brittas Kurs- selbst geschafft habe. Weil ich den Prozess komplett bewusst erleben konnte und mich in meiner eigenen Wirkung spüren konnte. Viel genauer und viel körperlicher als zuvor.

          Das ist mein Geheimnis. Dass ich meine eigene Selbstheilungskraft auch anwende. Dass ich meine Macht, die ich habe, anerkenne und nutze. Und wenn die an ihre Grenzen kommt, dann lerne ich gerne dazu, wie ich sie erweitern kann.

          Wie sagte Britta mal ganz lapidar „Machs Dir selbst“. Ja! Und bei Britta lernst Du die essenziellen Werkzeuge dafür. Dafür brauchst Du keine Hexe sein. Absolut nicht. Machen – jaaaa, machen musst Du es selbst. Und dann merkst Du vielleicht auch, dass da mehr Power in Dir steckt, als Du dachtest.

          Und ich liebe es, dass ich es selbst machen darf und kann. Denn ich bin dann nicht nur wieder ein Stück heiler, sondern auch wieder ein riesiges Stück daran gewachsen.

          Danke Britta!😘🙏 (Danke, Ilka Sventja Jörg!)

          Kommunikation mit Demenzerkankten

          Die Betreuung demenzkranker Menschen fordert alle Beteiligten. Die Beziehung wird durch Kommunikationsprobleme zusätzlich belastet, da Demenzerkrankte je nach Erkrankungsdauer Schwierigkeiten haben können, Gesprächen zu folgen oder immer wieder dieselben Fragen stellen.

          In dieser Seminarreihe werden Kommunikationsstrategien vorgestellt, durch die gezielt individuelle Stärken der Demenzerkrankten erkannt und genutzt werden können, um zu einem entspannteren Miteinander zu gelangen. Frustrierende Kommunikationserlebnisse werfen die Erkrankten auf ihre Schwächen zurück. Ein ressourcenbewusster Umgang beugt hingegen dem Verstummen vor.

          Trainingsziele

          • Steigerung des Wissens der pflegenden Angehörigen zum Thema Kommunikation mit Menschen mit Demenz
          • Verbesserung der Kommunikationskompetenz der pflegenden Angehörigen mit dem Erkrankten
          • Reduktion der wahrgenommenen Belastung der pflegenden Angehörigen in der häuslichen Pflege
          • Steigerung der Lebensqualität der Patienten mit Demenz

          Kommunikation bei Demenz

          Jede Demenzerkrankung ist so individuell wie der betroffene Mensch und sein Umfeld.
          Typische Symptome entstehen durch degenerative Veränderungen des Gehirns:

          • Orientierungsprobleme im Alltag
          • Zunehmende Gedächtnisstörungen
          • Probleme bei der Alltagsbewältigung
          • Verlust der Selbständigkeit
          • Verhaltensänderungen und Wesensänderungen

          Im Rahmen einer Demenzerkrankung verändern sich auch die Fähigkeiten zur Kommunikation.

          Veränderungen der Kommunikation bei Menschen mit Demenz

          Bisher selbstverständliche Schritte werden schwierig oder unmöglich:

          • Wortfindungsstörungen erschweren das Formulieren der eigenen Gedanken
          • Es wird schwieriger, die Aufmerksamkeit dem Gesprächspartner zuzuwenden
          • Sprachverständnisprobleme treten auf
          • Gesprächsinhalte werden schnell vergessen

          Erhalten bleiben in der Regel die non-verbale Kommunikationsfähigkeit und das Verständnis für die ausgedrückten Emotionen.

          Trainingsinhalte – Themen

          Das Training wendet sich an die versorgenden und pflegenden Angehörigen von Menschen, die an Demenz erkrankt sind.

          Austauschen und Kennenlernen
          • Der Erfahrungsaustausch der Teilnehmer ist ein wichtiger Grundstein des Trainings
          • Die individuellen Situationen, Probleme und Lösungen erhalten Raum im Rahmen der Gruppenarbeit

          Was ist Demenz?
          • Ursachen und Symptome
          • Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten

          Für sich selbst sorgen
          • Entlastungsmöglichkeiten
          • Unterstützungsangebote

          Kommunikation mit Menschen mit Demenz
          • Stärken und Schwächen in der Kommunikation erkennen
          • Wieder Sicherheit in der Kommunikation mit dem Betroffenen gewinnen
          • Strategien für Senden und Empfangen von Nachrichten erlernen

          Kooperation mit Pflegekräften
          • Möglichkeiten der Zusammenarbeit kennenlernen

          Durchführung des Trainingsprogramms

          Ablauf
          • Gruppenabende für Angehörige von Menschen mit Demenz
          • 1 mal pro Woche Training mit einer spezialisierten Gerontologopädin
          • 8 Termine à 90 Minuten

          Methodisches Vorgehen
          • Informationen/ Vorträge
          • Kleingruppenarbeit
          • Selbsterfahrungen
          • Erfahrungsaustausch in Kleingruppen und im Plenum als wichtiger Bestandteil

          Angebot

          Kommunikationstraining bei Demenz – Angehörigenprogramm zur Pflegeunterstützung.
          Dauer: 8 Gruppentreffen à 90 Minuten.
          Teilnehmer: 5 – 12 Angehörige

          Ort: Praxis für Logopädie und Arts & Change-Coaching Britta Weinbrandt, Am Dorfplatz 7 in 21514 Güster

          Ich biete es auf Anfrage je nach Ihrer Lebenssituation zu verschiedenen Zeiten an.

          Kosten: Über die Krankenkasse / Heilmittelverordnung vom behandelnden Arzt

          Verordnung des Trainingsprogramms
          Über eine ärztliche Heilmittelverordnung für Logopädie für den betroffenen Demenzerkrankten mit folgenden Angaben:
          Diagnoseschlüssel: SP5
          Diagnose: Störung der Sprache nach Abschluss der Sprachentwicklung
          Leitsymtomatik: Störung der Kommunikation mit Wortfindungsstörungen und Störungen des Sprachverständnisses
          90 min, 8x, 1x pro Woche, Gruppe

          Quelle/Literatur
          Haberstroh, J.; Pantel, J., (2011). Kommunikation bei Demenz – TANDEM Trainingsmanual. Berlin: Springer Verlag
          (Vom Bundesministerium für Gesundheit gefördertes Leuchtturmprojekt für Demenz)

          Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in meinem Artikel „Gefühle werden nicht dement“.